zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

22. Oktober 2017 | 19:40 Uhr

Holthusen : Holthusen packt Großprojekt an

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Doppelter Kraftakt: Ausbau der Straße nach Sülstorf und Neubau eines Kindergartens stehen ganz oben auf der Agenda der Gemeinde

von
erstellt am 23.Aug.2017 | 08:00 Uhr

„Wir haben keine Wahl, wir müssen beide Projekte durchziehen – und das wollen wir auch.“ Holthusens Bürgermeisterin Marianne Facklam weiß aber auch, dass es für die Gemeinde Holthusen ein doppelter Kraftakt wird, bis Ende nächsten Jahres sowohl die Straße nach Sülstorf auszubauen als auch einen neuen Kindergarten zu errichten. Zu lange wurde wegen der knappen Kassen auf Verschleiß gefahren – auch in Holthusen. Das räumt Facklam unumwunden ein. Inzwischen geht es in beiden Fällen aber an die Substanz, von Einrichtungen, die die Gemeinde benötigt und auch vorhalten muss.

Dass die Holthusener Strecke nach Sülstorf frühestens im kommenden Jahr ausgebaut werden kann, ärgert die Bürgermeisterin schon etwas. Denn die Nachbarn aus Sülstorf haben ihre 1,5 Kilometer bereits im vorigen Jahr gebaut. Die Straße wurde nicht nur erneuert, sondern auch verbreitert, damit sie den an dieser Stelle durchrollenden Verkehr auch aufnehmen kann. „Wir hatten damals das Angebot, das zusammen zu machen“, blickt Facklam zurück. Doch die Mehrheit der Gemeindevertreter wollte das beim Planstart damals nicht. „Und wir haben wieder viel Geld in die Unterhaltung und das Aufschütten der Seitenstreifen gesteckt“, fügt die Bürgermeisterin an. „Nur das bringt auf Dauer gar nichts.“

Außerdem ist die 3,50 Meter schmale Bitumenbahn verschlissen. Sie wurde Mitte 1994 gebaut – über den ländlichen Wegebau finanziert. Zuvor gab es nur einen Landweg zwischen den beiden Dörfern. „Das war damals ein echter Fortschritt“, erinnert sich die Bürgermeisterin.

Doch schnell entdeckten Kraftfahrer, dass diese Verbindung eine prima Abkürzung zwischen der damaligen B 106 und Pampow ist. Die Sülstorfer hatten es daher nicht bei der einfachen Erneuerung belassen, sondern die Ortsverbindung um etwa einen Meter verbreitert, als Gemeindestraße ausgebaut. Genau das wollen nun auch die Holthusener auf ihrem 2,5 Kilometer langen Abschnitt tun. Die Vermessung dafür ist bereits erfolgt, eine erste Kostenschätzung liegt vor: 800 000 Euro. „Das können wir nicht allein stemmen“, betont Facklam. Die Holthusener hoffen auf Fördergeld aus dem Schweriner Verkehrsministerium. Die Bürgermeisterin setzt darauf, dass bis Jahresende Klarheit herrscht, damit im nächsten Jahr gebaut werden kann.

Ähnlich sieht es bei der Finanzplanung des anderen Großprojektes aus, das die Holthusener schon länger auf der Agenda haben: den Kita-Neubau. Denn der jetzige Kindergarten, die alte Schule, platzt aus allen Nähten und kann auch nicht mehr erweitert werden. Daher soll es einen Neubau neben dem Feuerwehr- und Gemeindehaus geben. Dort sollen dann auch 94 statt bislang 82 Kinder betreut werden können (SVZ berichtete). Doch auch dieses 2,5 Millionen-Vorhaben kann Holthusen allein nicht bezahlen. „Wir setzen da auf Hilfe aus dem Bundesprogramm zum Ausbau der Kinderbetreuung“, berichtet Facklam. Ziel dort ist es, ebenfalls im kommenden Jahr zu bauen.

Für Marianne Facklam und die Gemeindevertreter haben beide Projekt die gleiche Priorität. Die Holthusener wollen sie auch nicht vergleichen oder gegeneinander ausspielen lassen. „Es geht in beiden Fällen um die Daseinsvorsorge für unserer Einwohner“, betont die Bürgermeisterin.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen