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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 08:48 Uhr

Tempo 50 statt 70 : Holprige Betonstraße nervt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Anwohner der Straße Am Kamp in Sukow wollen, dass das Ortseingangsschild versetzt wird und somit nur noch Tempo 50 erlaubt ist

Wenn Brigitte Wöhl mit ihrer Familie Kaffee in der Wohnstube trinken möchte, bleibt die Gemütlichkeit oft auf der Strecke. Und Schuld daran sind die Fahrzeuge, die vor ihrem Wohnhaus auf der Betonstraße entlangfahren. Manchmal auch entlangbrettern. Das richtet sich je nach der Uhrzeit. Morgens gegen 5.30 mit Beginn des Berufsverkehrs könne es schon ordentlich dröhnen, meint die Sukowerin, die selbst jeden Tag zur Arbeit nach Schwerin fahren muss und die Situation daher bestens kennt.

Die wummernden Geräusche von den Fahrzeugen auf der Betonstraße gehen aber nicht nur Wöhls, deren Haus mittlerweile an den Außenwänden Risse aufweist, auf die Nerven. Alle Anwohner der Straße Am Kamp empfinden den Zustand als unerträglich. Sie haben schon vor Jahren auf eine Lösung gedrängt und die Situation dem Altkreis Parchim geschildet. Auch die Bürgerbeauftragten des Landes wurden um Unterstützung gebeten. Es sei alles erfolglos gewesen, so Brigitte Wöhl.

Jetzt machen Anwohner erneut auf den ihrer Meinung nach unsäglichen Straßenzustand aufmerksam. Auslöser war der Landkreis Ludwigslust-Parchim. „Der hat in Ortkrug jetzt ein Ortseingangsschild aufgestellt, weil sich ein Anwohner über den zunehmenden Lärm beschwert hat. Bislang war dort Tempo 70 erlaubt. So wie bei uns jetzt noch. Und Ortkrug ist nur einseitig bebaut. Bei uns stehen Häuser auf beiden Straßenseiten. Auch wenn es jeweils nur vier sind“, argumentiert der Anwohner Uwe Mietz. Wie er und Brigitte Wöhl hatten die Anwohner schon vor längerem ihre Unterschrift dafür gegeben, dass sich hier etwas zu ihren Gunsten ändern möge. Brigitte Wöhl hat zu Hause in Ordnern und Heftern den umfangreichen Schriftwechsel mit den Behörden gesammelt.

Früher, so sagt sie, hat es dieses Problem nicht gegeben. Vor Jahren stand das Ortseingangsschild etwa in Höhe der dortigen Reiterpension. Fahrzeuge aus beiden Richtungen durften nur 50 km/h fahren. 1999 wurde das Schild erstmals versetzt – etwa um 700 Meter ins Dorf. Und seit es das neue Wohngebiet „Lewitzblick“ gibt, wurde es wieder ein Stück zurück gesetzt. Denn wer zu diesem Wohngebiet will, muss von der Straße Am Kamp rechts abbiegen. Und damit es nicht zu Auffahrunfällen komme, können die Kraftfahrer auf 50 km/h abbremsen, meint Uwe Mietz.

„Wir möchten, dass das Ortseingangsschild wieder auf Höhe des Reiterhofes aufgestellt wird und die Kraftfahrer somit schon ein Stück vorher ihr Tempo drosseln“, erklärt Brigitte Wöhl. Und sie setzt nach: „Die Straße selbst ist in einem fürchterlichen Zustand.“ Sie sei Anfang der 1970er Jahre als so genannte Panzerstrecke angelegt worden aus Betonplatten, die vor Ort gegossen worden seien, so Mietz. In Abständen wurden Teerstreifen eingelassen. Doch die Straße, auf der früher tatsächlich auch Panzer gefahren sein sollen, sei mittlerweile völlig hinüber. Die Platten sollen innerlich gerissen sein, hätten ihm Fachleute gesagt, so Mietz. Deshalb würde es so vibrieren, wenn Autos drüber fahren. Die Straße ist zwar immer mal geflickt, das Problem aber nicht gelöst worden.

Bürgermeister Horst-Dieter Keding kann die Sorgen der Anwohner verstehen. „Wir haben uns in der Gemeindevertretung damit beschäftigt und das Anliegen der Anwohner beim Kreis unterstützt“, betont er. Der Landkreis habe aber erklärt, dass Rechtssicherheit gegeben sein und das Prinzip der Gleichbehandlung aller Gemeinden des Landkreises gewahrt werden müsse. Der Wohnbereich an der Kreisstraße „Am Kamp“ sei seit 1999 nach Versetzen der Ortstafel Außenbereich. Für Fußgänger und Radfahrer gäbe es mit dem ausgebauten Geh- und Radweg eine sichere Verkehrsführung.

SVZ fragte jetzt beim Landkreis nach. Die Antwort lautet so: Dem Landkreis ist das Anliegen der Bürger aus Sukow bekannt. Bereits 2011 wurde über einen entsprechenden Antrag auf Versetzung der Ortstafel entschieden. Sollten die Anwohner der Meinung sein, dass eine Überprüfung der damaligen Entscheidung erfolgen muss, ist ein entsprechender Antrag an den Fachdienst 36 zu richten und dieser wird fachübergreifend geprüft.




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