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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. November 2017 | 09:42 Uhr

strassensanierung: : Holperpiste wird repariert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Alt Meteln und Dalberg-Wendelstorf müssen Anteil von Testorf-Steinfort tragen, weil der Nachbar keinen Nutzen von der Strecke hat

svz.de von
erstellt am 19.Aug.2014 | 16:00 Uhr

Die Straße von Moltenow nach Seefeld an der Landesstraße bei Mühlen Eichsen hat es in sich. Das zumindest findet Paul Kanetzki. Der Moltenower fährt regelmäßig hier lang. Besonders der rund 400 Meter kurze Abschnitt im Wald weise viele Schlaglöcher auf. Die Fahrbahn breche am Rand immer weiter ab. Hier müsse dringend etwas getan werden, betont der Rentner. Denn diese Straße werde von vielen Kraftfahrern als schneller Verbindungsweg in Richtung Grevesmühlen und Gadebusch genutzt, weiß der Moltenower. Auch wer beispielsweise aus Lübstorf in diese Richtung fahren will, wähle diesen Weg, zumal derzeit in Alt Meteln die Kreisstraße saniert wird.

Die Mitte der 1990er-Jahre ausgebaute Gemeindestraße gehört abschnittsweise zu Alt Meteln, Testorf-Steinfort und Dalberg-Wendelstorf. Ausgerechnet die kürzeste Strecke weist die größten Schäden auf, diese liegt auf dem Gebiet von Testorf-Steinfort. Doch die Gemeinde ist nicht bereit und finanziell auch nicht in der Lage, hier Geld reinzustecken, betont Bürgermeister Hans-Jürgen Vitense. Laut Straßen- und Wegegesetz von MV müsse Testorf-Steinfort das auch nicht tun, denn für die Unterhaltung müssen die tatsächlichen Nutzer aufkommen. Und das seien in diesem Fall die Alt Metelner und Dalberger. Denn kein Testorfer Bürger wohnt an dieser Straße, so Vitense.

In Alt Meteln und Dalberg-Wendelstorf wird diese Position zwar nicht geteilt, doch letztlich sei dagegen nicht anzukommen, heißt es aus dem Amt Lützow-Lübstorf. Deshalb wurde dort die Instandhaltung der gesamten Gemeindestraße vorbereitet. Noch im September sollen die Reparaturarbeiten ausgeführt werden, heißt es aus dem Bauamt in Lützow. Die Kosten für die anfallenden Arbeiten auf Gebiet von Testorf-Steinfort müssen sich Alt Meteln und Dalberg-Wendelstorf teilen.

Das aktuelle Debatte ist nicht der erste Streit um diese Straße. Schon bei der Sanierung in den 1990er-Jahren argumentierten die Testorfer genau wie heute und weigerten sich, den Gemeindeanteil zu berappen. Damals sprang der Landkreis Nordwestmecklenburg ein und übernahm die anteilmäßigen Kosten von Testorf-Steinfort.

Hans-Jürgen Vitense würde diese „Gemeindestraße“ am liebsten ganz loswerden: Wenn einer der beiden Nachbarn sie übernehmen wolle, verschenke die Gemeinde sie gern, so der Bürgermeister.

Zugleich ist das Problem mit der Straßenführung über mehreren Gemeindegrenzen kein Einzelfall in dieser Region: Die gut zwei Kilometer lange Zufahrt zu den Seefelder Häusern von Testorf-Steinfort führe zuerst über Mühlen Eichsener und dann halbseitig über Dalberger Gebiet. „Hier tragen wir die Reparaturarbeiten immer allein, weil wir die alleinigen Nutzer sind“, betont Vitense. Doch an dieser Stelle steht eine grundlegende Sanierung an. Davor möchte Vitense gern eine Einigung mit den Nachbarn erzielen und diese Straße über die Flurneuordnung komplett in die Obhut von Testorf-Steinfort holen.

 

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