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22. November 2017 | 03:09 Uhr

Holländer radeln bis Mecklenburg

vom

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erstellt am 25.Aug.2012 | 02:22 Uhr

Basthorst | Geschafft! Für Maya Baas (29) und Ard Wolthuis (33) gab es nach sechs Tagen im Fahrradsattel und zurückgelegten 681 Kilometern am Donnerstagabend in Basthorst zur Belohnung eine Sektdusche. Freunde und Verwandte begrüßten das Paar nach der strapaziösen Tour von Amsterdam nach Mecklenburg. Dieser Urlaub hat die Grundschullehrerin und den Verwaltungsangestellten voll gefordert. Doch genau das wollten die Beiden. Am Ziel sind sie sich einig, dass es viel Spaß gemacht hat, doch es war keinesfalls eine Spaßtour. Das Gegenteil ist der Fall.

Maya Baas und Ard Wolthuis geht es um eine ernste, ja sogar eine traurige Sache: ALS. Die Abkürzung steht für Amyo trophe Lateralsklerose. Dahinter verbirgt sich eine Erkrankung des motorischen Nervensystems, deren Ursache bis heute unbekannt ist. Fakt ist, dass bei Betroffenen die Nerven geschädigt werden, die für die Muskelbewegungen verantwortlich sind. Das kann bis hin zu Lähmungen und letztlich zum Tod führen. ALS gilt als nicht heilbar. "Dass es diese Krankheit gibt, wissen nicht viele", erzählt Ard Wolthuis. Doch der junge Mann und ebenso seine Freundin wissen, wovon sie reden: Ali Wolthuis, Ards Mutter, ist an ALS erkrankt. Hugo Stahlie, ein Onkel von Maya Baas, ist an dieser Krankheit gestorben. "Deshalb wollten wir unbedingt etwas tun, um diese Erkrankung bekannter zu machen", betont Maya Baas. Das Paar musste auch nicht lange überlegen, was es in Angriff nimmt: Ard Wolthuis hatte bereits vor Jahren die Idee, mal von Amsterdam nach Basthorst zu radeln. Seine Schwester Marjon ist hier Geschäftsführerin des Schlosshotels. Aus der Idee wurde so ein Projekt für eine große Benefizaktion. Denn zugleich warben und werben die beiden Holländer Spenden für die Erforschung von ALS ein.

Doch diese Tour musste gründlich vorbereitet werden. Im Frühjahr begannen Maya Baas und Ard Wolthuis mit dem Training. Dreimal pro Woche wurden 50 bis 70 Kilometer auf dem Fahrrad zurückgelegt, um sich fit zu machen. Auch die Streckenplanung mussten stehen: Das Paar wählte eine Route quer durch Niedersachsen, abseits der großen Straßen: 691 Kilometer in sechs Tagen. "In zwei Hotels durften wir sogar kostenlos übernachten, als wir über den Anlass unser Tour sprachen", berichtet Maya Baas. Viele aufgeschlossene Menschen, eindrucksvolle Landschaften und nette Städtchen lernten die Holländer während ihrer Radtour kennen, erzählten sie.

Was Maya Baas und Ard Wolthuis unterwegs erlebten, stellten sie gleich ins Internet. Und wer helfen wollte und will, kommt so direkt zur Stiftung, die die ALS-Forschung unterstützt. Dort sind bereits jetzt mehr als 6000 Euro eingetroffen. 700 Euro kommen noch hinzu, die wurden bei der Verabschiedung der beiden Radler in Amsterdam gesammelt. Denn schon dort hatte Freunde eine Party organisiert. Holländische Medien griffen das Thema auf und berichteten. "Das ist mehr, als wir erhofft hatte", ist Ard Wolthuis stolz. Am Zielort Basthorst sind Maya Baas und Ard Wolthuis froh, das alles geschafft zu haben. Zugleich sieht das Paar darin nur einen kleinen Etappenerfolg im Kampf gegen diese Krankheit.

"Wenn wir dadurch Menschen erreichen, sie sich auch engagieren. Und wenn vor allem Politik und Pharmaindustrie mehr Geld in die Erforschung von ALS stecken, dann haben wir wirklich etwas geschafft", betont Ard Wolthuis.

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