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Neues Sportzentrum für Schwerin? : Hoffnung für Lankower Halle

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Privater Investor will Umbau zur Sporthalle / CDU-Fraktion fordert von der OB ein Nachnutzungskonzept für das Areal am Fliederberg

von
erstellt am 21.Jan.2015 | 21:00 Uhr

Der Schweriner Allgemeinmediziner Dr. Ralf Schmedemann ist empört über die Haltung der Stadt. Er ist so empört, dass jeder seinen Ärger nachlesen kann auf der Internetseite der Handballabteilung des ESV Schwerin. Denn genau für diesen Sport brennt Schmedemann. Weil dem ESV-Nachwuchs aber nach eigenem Bekunden Hallennutzungszeiten für angemessenes Training fehlt, entstand aus Schmedemanns spontaner Aussage „Dann bauen wir uns eben eine eigene Halle“ die Idee der Umnutzung der ausgedienten Lankower Schwimmhalle. Doch die Stadt lasse ihn nicht, betont Schmedemann öffentlich nachlesbar.

Für einen Euro will der Schweriner das Areal am Fliederberg von der Stadt erwerben, um ein modernes Zentrum für den Vereins- und Schulsport mit Sauna, Gymnastik- und Seminarräumen sowie Physiotherapie zu errichten. Vorausgesetzt einer Zustimmung der Stadt wäre sogar eine Landesförderung zu drei Viertel der Millionen-Investition möglich, macht Schmedemann deutlich. Doch die Stadt habe kein Interesse, hätte ihm Vize-OB Bernd Nottebaum gesagt, schreibt der Arzt auf der Homepage.

Dabei wären der Stadt so gut wie keine Kosten entstanden, rechnet der potenzielle Investor auf. Geplant war ein „sale and lease back“-Vertrag: Kauf für einen Euro, Renovierung in Privathand und ein Leasing der Stadt für einen Euro pro Jahr für den Schulsport. Schmedemann nennt das „quasi ein Überlassen der Halle für den Schulsport zum Nulltarif“.

Die Stadtspitze sieht darin aber offenbar keine Verlockung. „Wenn wir die Abrisskosten durch einen Verkauf sparen können, müssen wir das natürlich durchrechnen“, sagt Baudezernent Bernd Nottebaum. Er halte auch einen Verkauf für einen symbolischen Euro für denkbar – allerdings nach einer entsprechenden Ausschreibung. Allerdings würde der öffentliche Parkplatz vor der Lankower Schwimmhalle benötigt. „In Gänze können wir das Grundstück nicht abgeben“, sagt Nottebaum.

Eine weitere Förderung des Vorhabens über den Verzicht auf einen Verkaufserlös für das Grundstück am Wasser sei Nottebaum zufolge aber undenkbar. Dazu gehöre auch ein noch so geringer Mietzins bzw. Leasing-Rate. Denn: Irgendwann zurückhaben will die Stadt die Halle ohnehin nicht, betont der Vize-OB.

Doch bevor es weitere Überlegungen zur Zukunft der ausgedienten Schwimmhalle geben kann, muss die Stadtvertretung die geltende Beschlusslage – den Abriss – aufheben. Eine entsprechende Initiative hat jetzt die CDU-Fraktion gestartet. Sie fordert von der Oberbürgermeisterin „ein Nachnutzungskonzept für die weitere Entwicklung der Fläche der bisherigen Schwimmhalle in Lankow. Bis zur Sitzung der Stadtvertretung im April soll die Verwaltungschefin ihre Pläne vorlegen.“

Auch Investor Schmedemann, der persönlich mit Fraktionschef Sebastian Ehlers gesprochen hat, gab dafür offenbar den Anstoß. Allerdings: „Es gibt auch andere Ideen, die jetzt einmal zusammengefasst auf den Tisch gehören“, fordert Ehlers. „Dabei müssen sowohl die finanziellen Auswirkungen für die Stadt als auch Aspekte der Stadtentwicklung und der Lebensqualität der Bürger diskutiert werden.“

 

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