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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. September 2017 | 03:18 Uhr

Grambower Fusion : Hochzeitspläne passé

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gemeindevertreter entscheiden am 27. Juli über die Eigenständigkeit – Fusionspartner sind erleichtert und bieten aber weiter Hilfe an

von
erstellt am 21.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Es wurde viel überlegt, diskutiert, abgewogen – und nun alles verworfen: Die Fusionspläne der Gemeinde Grambow sind so gut wie vom Tisch.

Bereits im vergangenen Jahr wurde laut über eine Fusion mit der Nachbargemeinde Wittenförden nachgedacht. Beide Gemeindevertretungen hatte noch 2016 in Grundsatzentscheidungen zur Fusion beschlossen. Die Kommunalpolitiker versprachen sich davon, gemeinsam zukunftsfähige Strukturen zu erreichen. „Wir sind auch weiterhin in einem schwierigen Fahrwasser“, sagt Grambows Bürgermeister Andreas Possekel. Allerdings sei der Druck von außerhalb zu groß geworden, lässt er anklingen. Denn gab es vom Amtsausschuss noch wohlwollende Zustimmung für die Fusionspläne der Gemeinde Grambow – ob nun mit Wittenförden oder mit Brüsewitz. So hatten die Hochzeitsabsichten auf Kreisebene für viele Fragen gesorgt. „Es war ein bisschen so, als wenn wir als Gemeinde wie eine kleine Kugel zwischen zwei großen zerrieben werden“, heißt es hinter vorgehaltener Hand aus der Grambower Gemeindevertretung. Denn der Landkreis Nordwestmecklenburg hat eine klare Entscheidung gefordert – kurzfristig. Denn hätte Grambow durch eine Gemeindefusion den Landkreis gewechselt, wäre die Ausbaupläne für die Kreisstraße von Grambow bis zur Kreisgrenze in Richtung Wittenförden ins Wanken geraten. Die Maßnahme ist mit 2,7 Millionen Euro geplant, 50 Prozent würden als Eigenmittel vom Kreis kommen. Im Fall einer Fusion hätte der Nordwestkreis Geld zurückgefordert. „Wir hoffen, es wird gebaut“, sagt Possekel mit Blick auf die beendeten Fusionsgespräche. Eigentlich wollten die Gemeindevertreter erst im Herbst gemeinsam mit ihren Bürgern entscheiden, ob sie zu Wittenförden gehen, selbstständig bleiben oder sich Brüsewitz anschließen. „Das liegt nun auf Eis. Eine entsprechende Beschlussvorlagen hat Andreas Possekel bereits vorbereitet. Am 27. Juli werden die Grambower Gemeindevertreter darüber entscheiden.

Für die angedachten Hochzeitspartner ist der Entschluss der Kommune ein gutes Zeichen. „Wir freuen uns, dass Grambow einen eigenständigen Weg wählt. Das ist immer gut“, sagt Wittenfördens Bürgermeister Manfred Bosselmann. Seine Kommune habe die „Tür aufgemacht“ und nehme nun die Entscheidung zur Kenntnis. „Es ist jetzt vielleicht das Beste für alle, denn die Gemeinde hat mehr als 500 Einwohner und es ist fraglich, ob eine größere Kommune auch besser ist“, sagt Bosselmann. Sie sei auf jeden Fall schwerer zu leiten. „Wir hätten Grambow gern geholfen, aber wir bleiben mit Sicherheit Freunde“, versichert Wittenfördens Gemeindeoberhaupt. Auch der andere Hochzeitskandidat zeigt sich erfreut: „Wir sind sogar erleichtert“, erklärt Manfred Dutz. Für seine Gemeinde Brüsewitz bedeutet das ad acta legen der Fusionspläne mit Wittenförden, dass der Schulstandort gesichert ist. „Wenn wir um unsere Grundschule bangen müssten, würde das schon ganz schön weh tun“, schiebt er hinterher. Auch wenn es keinen gemeinsamen Weg von Brüsewitz und Grambow gibt, bietet Manfred Dutz weiter Hilfe an. Die Gemeindevertretung hatte den Vorschlag gemacht, den Grambowern zu helfen und ihnen die Hälfte ihrer Schulden über einen zinslosen Kredit zur Verfügung zu stellen. „Die Rechtsaufsicht des Landkreises hat das abgelehnt, aber das letzte Wort ist da noch nicht gesprochen“, sagt Manfred Dutz.

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