Streit um Betonklotz : „Hochhaus passt zum Nordhafen“

Blick in die Pläne: Der 33 Meter hohe Zehngeschosser   sorgt für Diskussionen. Fachleute sagen, dass er an der Stelle genau richtig ist. Nur die beiden Häuser rechts stehen bereits. Grafik: imeg
Blick in die Pläne: Der 33 Meter hohe Zehngeschosser sorgt für Diskussionen. Fachleute sagen, dass er an der Stelle genau richtig ist. Nur die beiden Häuser rechts stehen bereits. Grafik: imeg

Die Arbeitsgruppe Stadtbild des Vereins Pro Schwerin will die Diskussion um den geplanten Zehngeschosser am Ziegelsee sachlicher führen

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18. März 2014, 08:00 Uhr

Die Diskussion zur Bebauung des Nordhafenquartiers sollte sachlicher geführt werden. Dazu fordert der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Stadtbild und Stadtentwicklung des Vereins Pro Schwerin, Stefan Hill, auf. Nach langen Diskussionen mit Architekten, Stadtplanern und Verwaltungsmitarbeitern in der Arbeitsgruppe meint er, dass es nicht ausschließlich um Baumasse und Bauhöhe auf den geplanten Flächen gehen könne. „Der Bau von Wohnflächen in einem mehrgeschossigen Gebäude führt neben der Schaffung einer städtebaulichen Akzentuierung auch zu Freiflächen und ermöglicht, Flächen innerhalb der Stadt zu entsiegeln. Die geplante Bebauung mit zehn Geschossen bildet städtebaulich den Abschluss der in den vergangenen Jahren geschaffenen Promenade am Ziegelsee und rahmt analog zum Speicherhotel die neuen Bauflächen.“ Um die Proportionen zu relativieren, sei nicht außer Acht zu lassen, dass die benachbarte Bebauung bereits über sieben Geschosse verfügt und die geplante Neubebauung an einer topografisch niedrigen Fläche errichtet wird, so Hill. Allein die Dr.-Hans-Wolf-Straße am Westufer des Sees liege gut 12,50 Meter höher. „Somit stellt die Bebauung mit einem zehngeschossigen Gebäude an dieser Stelle keine städtebauliche Dominanz im Stadtbild dar. Die Höhe des Speicherhotels wird gar nicht erreicht.“

Was das zweite sechsgeschossige Gebäude betrifft, so solle dies von der Höhe her zwischen den bestehenden Bauten und dem Neubau vermitteln. Auch hier müsse bei der Betrachtung der Kubatur die Relation zu nebenstehenden Gebäuden gezogen werden. Mit knapp 35 Metern Breite ist dieses Gebäude nur unwesentlich breiter als die entstandenen Häuser an der Hafenpromenade. „Somit ist mit Fertigstellung des Areals im Gegensatz zu den benachbarten Flächen eine hohe städtebauliche Qualität erreicht“, erklärt Stefan Hill.

Der Bauausschuss der Stadtvertretung hatte über das Hochhaus am Ziegelseenordufer diskutiert, aber kein abschließendes Votum abgegeben. Es war jedoch deutlich geworden, dass ein Zehngeschosser mehrheitlich abgelehnt wird (SVZ berichtete). Auch die erste frühzeitige Bürgerbeteiligung zu diesem Vorhaben stieß auf wenig Resonanz. Nicht ein einziger Schweriner Bürger fand sich im Juni des vergangenen Jahres bei der Veranstaltung ein. Die Architekten und Bauherren suchten schon in den ersten Phasen des Projektes den Weg zu den Behörden. Neben drei unterschiedlichen Entwürfen gab es bereits in der Frühphase Gespräche mit dem Beirat für Planung und Baukultur – ein Gremium mit externen Fachleuten, initiiert im Rahmen der Charta für Baukultur.

Im Nordhafenquartier werden insgesamt 11 517 Quadratmeter Gewerbebrache abgebrochen und entsiegelt. Etwa 1750 Quadratmeter davon werden an die Stadt abgetreten, um einen „Möwenburgpark“ am Seeufer gestalten zu können. Außerdem sollen private Grünzüge entstehen. Im Gegensatz zu den bestehenden Bauten am Nordufer des Ziegelinnensees wird es im Nordhafenquartier keine zweite Reihe geben.

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