Bauprojekte in Schwerin : Hochhaus ade am Ziegelsee

So sieht der aktuelle Plan  für die Bebauung des Nordhafenquartiers aus. In den beiden Gebäuden links sollen bis zu 43 Wohnungen entstehen.
Foto:
So sieht der aktuelle Plan für die Bebauung des Nordhafenquartiers aus. In den beiden Gebäuden links sollen bis zu 43 Wohnungen entstehen.

Investor und Architekt haben die Pläne für das Nordhafenquartier konkretisiert und wollen sie bei einem Tag der offenen Tür vorstellen

von
23. November 2014, 20:15 Uhr

Auf der Landzunge zwischen Ziegelinnen- und -außensee, dem so genannten Nordhafenquartier, wird kein Hochhaus gebaut. Investor und Architekt haben im Gespräch mit der SVZ ihre aktuellen Planungen vorgestellt. „Statt der nach dem Bebauungsplan maximal möglichen Höhe von 33 Metern soll der Bau nur 29 Meter hoch werden“, sagt Architekt Henryk Stutz. „Damit sind wir nun nur sieben Meter höher als die bereits vorhandenen Nachbarbauten.“

Die veränderte Planung sei kein Umfallen vor der Kritik der Bürgerinitiative, die ein Hochhaus vehement ablehnt, sagt Investor Gunnar Behrens. „Es ist ein ganz normaler Vorgang, dass die Entwürfe immer weiter verfeinert werden.“ Der „Hochhausplan“ stammt aus dem Sommer 2012. „Wir haben dann mehrere Kriterien geprüft, ob das so machbar ist.“ Ist die Idee technisch umsetzbar? Gibt es eine Akzeptanz der Gremien? Können alle Wohnungen vermarktet werden? Weitere Punkte müssen berücksichtigt werden. „Ginge es nach Experten, hätten wir gern 14 Stockwerke gebaut“, so Behrens. „Aber da wären Akzeptanz und Finanzierung nicht sicherzustellen gewesen.“

Neben dem bisher umstrittenen Bau am nordwestlichen Ende der Hafenbebauung sollen noch ein Haus mit etwa 20 Wohnungen und ein Zwei-Familien-Haus entstehen. Außerdem sieht der neueste Plan ein Parkdeck zur Möwenburgstraße hin vor, das begrünt wird.

Auf einem der Stadt gehörenden Uferstreifen wird ein öffentlicher Weg angelegt, so dass man einmal um den gesamten See direkt am Wasser herum gehen können wird. Außerdem übergibt der Investor der Stadt eine Fläche von 1750 Quadratmetern, die zusammen mit einem städtischen Areal zum Möwenburgpark gestaltet werden soll.

Unmittelbar am Nordufer des Ziegelinnensees werden einige Bäume gefällt. „Wir wollen aber keinen Kahlschlag“, sagt Gunnar Behrens. Die Wurzeln einiger, direkt am Wasser stehender Bäume sind von Betonplatten bedeckt. „Wir werden die gesamte Fläche entsiegeln“, kündigt Gunnar Behrens an. „Diese Bäume werden dann ohnehin umfallen.“ Auch einige Pappeln haben ihr Lebensende nahezu erreicht und müssen aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht gefällt oder zumindest beschnitten werden.

Das Argument, dass am Ziegelseekanal nicht gebaut werden dürfe, weil dadurch die Kaltluftzufuhr in die Stadt behindert werde, lässt der Investor nicht gelten. „Laut DIN-Norm gibt es über größeren Wasserflächen keine Kaltluftschneisen, weil sich die Luft dort immer erwärmt.

Investor und Architekt wollen sich der öffentlichen Diskussion stellen. Deshalb gibt es am Nikolaustag, dem 6. Dezember, von 12 bis 14 Uhr einen Tag der offenen Tür an der Möwenburgstraße. „Wir laden alle Bürger der Stadt ein, sich das Areal anzuschauen und mit uns ins Gespräch zu kommen“, so Henryk Stutz. Er wird die Pläne erläutern. Wo die Häuser stehen werden, ist auf der Fläche markiert. Auch die schon fertig gestellte Unterkunft für Schwalben und Fledermäuse kann besichtigt werden. Für diesen Besuchertag kündigt Gunnar Behrens an: „Wir werden uns konstruktiver Kritik nicht verschließen.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen