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Zeitung für die Landeshauptstadt

13. Dezember 2017 | 17:51 Uhr

Stadtumbau : Hochhäuser in Lankow sollen weg

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wohnungsgesellschaft Schwerin will sich von hochdefizitären Bauten trennen und favorisiert den Abriss von drei der vier Gebäude

svz.de von
erstellt am 29.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Der Stadtteil wird möglicherweise ein anderes Gesicht bekommen. Die städtische Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS) will drei der vier Hochhäuser abreißen. Die markanten Gebäude in der Plöner Straße, der Eutiner und der Julius-Polentz-Straße sollen weg. Nur das in der Rahlstedter Straße soll stehen bleiben.

Grund für den drastischen Vorschlag, der jetzt von den Stadtvertretern diskutiert wird, sind die hohen Verluste „im hohen sechsstelligen Bereich“, die die WGS mit den Hochhäusern einfährt. Von den insgesamt 1240 Wohnungen stehen 428 leer. Das sind immerhin 35 Prozent. Besonders gravierend ist der Leerstand im Hochhaus Julius-Polentz-Straße mit 66 Prozent. Im Hochhaus Plöner Straße sind es 40 Prozent, in der Eutiner Straße 24 Prozent. Das Gebäude in der Rahlstedter Straße ist nach Angaben der Wohnungsgesellschaft noch gut belegt. Der Leerstand beträgt nur sechs Prozent.

Dass in diesen Hochhäusern so viele Wohnungen nicht vermietet sind, hat mehrere Ursachen. Die Grundrisse der sehr kleinen Wohnungen sind unattraktiv, der Modernisierungsstandard ist gering. Trotz Fahrstuhls gibt es keine Barrierefreiheit. Und das Image der Blöcke ist schlecht.

Nicht nur die Hochhäuser selbst sind eine städtebauliche Katastrophe. Sie waren Ende 2012 immerhin für rund 50 Prozent des gesamten Leerstandes in der Großsiedlung Lankow verantwortlich. Die „problematische Bewohnerschaft, das unattraktive Erscheinungsbild“ von Gebäuden und Wohnumfeld strahlen auf den Stadtteil aus und belasten ihn negativ, ganz besonders aufgrund ihrer zentralen Lage, heißt es in der Begründung der Vorlage für die Stadtvertreter. Eine Verbesserung der Situation, also eine Sanierung der Hochhäuser, „zur Verbesserung der Vermietungssituation ist sehr aufwendig und für die WGS wirtschaftlich nicht darstellbar“. Das Unternehmen ist immerhin mit einem Betrag im dreistelligen Millionenbereich verschuldet. „Die WGS möchte sich deshalb von den drei Hochhäusern mit hohem Leerstand trennen und prüft verschiedene Lösungen. Eine mögliche Lösung ist der Rückbau“, heißt es. Allerdings steht kaum zu erwarten, dass sich eine anderer Möglichkeit auftut, als der Abriss.

In der Mitte Lankows gibt es noch ein weiteres Problem-Gebäude: Die Schule in der Ratzeburger Straße. Allerdings wird der DDR-Standardbau noch zwei Jahre als Ausweichquartier benötigt. Danach soll er ebenfalls abgerissen werden.

Die Stadtvertreter sollen jetzt entscheiden, ob der Bereich Lankow-Mitte als Stadtumbaugebiet festgelegt wird. Damit würde die Grundlage für die Beantragung von Rückbaumitteln beim Land geschaffen. „In Abstimmung mit der Wohnungsgesellschaft wird dies für das Programmjahr 2015 erfolgen.“

Als Thomas Köchig am Jahresanfang auf den WGS-Chefsessel kam, nannte er als wichtigstes Ziel, den enormen Leerstand bei den 13 500 Wohnungen zu reduzieren. Mit dem Abriss der drei Hochhäuser im Zentrum Lankows käme er auf dem Weg zu diesem Ziel ein großes Stück voran.

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