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Streit in Stralendorf : Hitzige Debatte um Schulsanierung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Erneuerungspläne sorgen für Unmut bei vielen Amtsausschuss-Mitgliedern – Suche nach neuem Planungsbüro hat begonnen

svz.de von
erstellt am 05.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Die Pläne sind längst gemacht und auch längst überholt. Darauf konnten sich die Amtsausschussmitglieder am Montagabend in Stralendorf einigen als es um den Sanierungsbedarf des ortsansässigen Schulzentrums ging. Doch die Frage nach dem „Wie weiter?“, sorgte für hitzige Diskussionen. Einig war man sich lediglich in dem Punkt, dass etwas getan werden müsse. Schulleiter Thilo Kreimer stellte den Ausschussmitgliedern nicht nur den teilweise desolaten Ist-Zustand vor: Die sanitären Anlagen sind alt, die Außenwände teilweise feucht, im Keller gibt es Salzablagerungen in den Wänden, die Flure sind stark sanierungsbedürftig, es fehlt an Räumen für die Schüler sowie auch genügend Platz für das Personal. Unterm Strich machte Kreimer eine Rechnung auf von fehlenden 40 Räumen. Er betonte noch einmal, dass damit nicht nur Klassenräume gemeint sind. Zudem sei man mit den jetzigen Planungen weit von barrierefreiheit entfernt. Auch, wenn die noch fehlenden Sanierungen, die teilweise 2009 geplant wurden, umgesetzt werden. Schulleiter Kreimer forderte die Amtsausschussmitglieder auf, eine Lösung zu finden. Seit seinem Amtsantritt vor fünfeinhalb Jahren vertröste er die Eltern auf Juli. „Allerdings kann ich nie ein Jahr nennen“, erklärte Schulleiter Kreimer mit einer Prise Galgenhumor. Für ihn sei es das Schlimmste, wenn nichts passieren würde.

Das alles war Grund genug für Rüdiger Naber, nach der Sinnhaftigkeit weiterer Sanierungen zu fragen. „Wir brauchen jetzt endlich mal eine verlässliche Analyse“ und bekam von seinem Bürgermeister Hartwig Schulz Rückendeckung. Dieser forderte, „endlich die Reißleine zu ziehen“. Einen schärferen Ton schlug Holthusens Bürgermeisterin Marianne Facklam an: „Ich bin froh, dass hier endlich mal die Wahrheit gesagt wird. Die Toiletten sind abartig und ich kann gut verstehen, dass der Schulleiter sich für den Zustand dieser Einrichtung schämt.“ Allein mit neuer Farbe, so Facklam, sei es eben nicht getan.

Zustimmung gab es zudem von Wittenfördens Bürgermeister und Amtsausschuss-Chef Manfred Bosselmann. Es sei die Pflicht aller, ernsthaft nach einer Lösung zu suchen. Schließlich sei das Amt Träger der Bildungseinrichtung. Da sei es egal, welche Förderungen 2009 ausgegeben wurden und warum es immer wieder stockt. Auch die Frage, welche Rolle bei all den Problemen das Planungsbüro spiele, wurde an diesem Abend aufgeworfen. Dazu hieß es von der Amtsverwaltung, dass man sich um ein neues Büro bemühe. „Es ist aber nicht einfach, ein gutes Büro zu finden, dass entsprechende Kapazitäten hat und uns schnell eine Analyse liefern kann“, gab Amtsvorsteher Bierbrauer-Murken zu bedenken.

Für Stralendorfs Bürgermeister Helmut Richter ist es wichtig, Sanierungen nicht weiter aufzuschieben. „Wir müssen jetzt weitermachen. Jeder Beschluss gefährdet einen Baubeginn 2018“, sagte Richter und verwies auf geplante Sanierungsmaßnahmen.

Der Schulentwicklungsausschuss soll sich nun noch einmal intensiv mit dem Problem befassen, das Amt sucht nach einem neuen Planer und am Ende sollen dann zwei Varianten besprochen werden: Sanierung oder Neubau.

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