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Zwischenstopp in Consrade : Historisches hinterm Gartenzaun

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Consrader Peter Elsholt betreibt in Eigenregie ein kleines Museum auf seinem Grundstück – wer anruft, kann sich dort umschauen

svz.de von
erstellt am 07.Aug.2017 | 11:40 Uhr

Von außen sind die vielen Schätze gar nicht zu erkennen, die sich hinter dem Gartenzaun des Hauses an der Consrader Straße 3 verbergen. Doch wer dem freundlichen Mann mit dem Bart und den vielen Geschichten im Gepäck folgt, der erfährt so einiges über Dreschkästen, Wachten, Kupferkessel, Wäscherollen, Heupressen, Hungerharken, Getreiderummeln und das Hechteisen. Denn in Consrade bei Peter Elsholt verbirgt sich in seiner eigens dafür angelegten Scheune ein kleines Museum mit exakt 325 Exponaten, wie der auskunftsfreudige Rentner von seiner letzten Inventur berichten kann.

„Alles hat mit dem Dreschkasten angefangen. Den haben wir aus Mirow geschenkt bekommen. Dazu kam noch ein alter Kutschwagen“, erzählt Peter Elsholt von den ersten beiden Gegenständen, die die Grundsteine seines Museums bildeten und auch heute noch feste Größen seines musealen Bestandes sind. Damals standen die landwirtschaftlichen Hilfsmittel aus vergangenen Zeiten noch vor der Plater Pfarrscheune. Doch dann wurde diese mithilfe von EU-Fördermitteln umgebaut und die historischen Schmuckstücke brauchten einen neuen Unterschlupf. Also machte der handwerklich begabte Peter Elsholt sich ans Werk: Er baute sich eine Scheune in seinen Garten, um nicht nur den Dreschkasten und Kutschwagen zu präsentieren, sondern auch die vielen anderen Exponate. „Hier ist meine kleine Haushaltsecke mit Kaffeemühlen, Kupferkesseln und einem alten Kaffeeröster. Mit dem hat man früher Zichorienkaffee gemacht“, weiß der gelernte Heizungstechniker zu berichten. An der Wand nebenan hängt ein Hechteisen. „Damit sind wir früher auf die überfluteten Wiesen gegangen und haben uns die Fische aufgespießt“, erzählt der 76-Jährige. Ein paar Meter weiter stehen ein Spinnrad aus dem Jahr 1840, Flachsbrecher und Flachskamm – den will Elsholt aber noch restaurieren, wie er gleich zugibt. Auch zwei Wäscherollen stehen in diesem Teil der Museumsscheune. Peter Elsholt erklärt dazu: „Ich kann mich noch daran erinnern, wie wir in meiner Jugendzeit die Wäscherolle benutzt haben. Wir sind immer zum Nachbarn gegangen, weil der eine hatte.“

Während des Rundgangs durch die kleine Scheune im Consrader Garten neben Pferdekoppeln und Schafswiesen kommt der Consrader mit seinen Gästen ins Plaudern. Er erklärt nicht nur, wie die einzelnen Gegenstände heißen, wozu sie gebraucht werden, sondern hat immer wieder einen lustigen Spruch oder eine nette Anekdote auf Lager. Obwohl der rüstige Rentner kaum Zeit hat, weil er immer hilft, wo er kann, im Familienbetrieb ebenfalls Ansprechpartner ist und auch in Plate als Gemeindevertreter aktiv ist, nimmt er sich Zeit, um Gäste durch das kleine Museum zu führen.

Doch wer nun auch einmal einen Blick in das kleine historische Museum werfen möchte, muss sich vorher anmelden unter der Telefonnummer 0385/2180003.

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