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Zeitung für die Landeshauptstadt

16. Dezember 2017 | 23:36 Uhr

Herzenssache : Hilfsaktion bleibt keine Eintagsfliege

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Demener unterstützen mit Sachspenden Flüchtlinge, aber auch andere Bedürftige im Ort

svz.de von
erstellt am 08.Feb.2016 | 16:00 Uhr

Eine Spendenaktion hatte am Sonnabend die Gemeinde Demen mit der Kirchengemeinde Zapel-Demen organisiert. Für die mehr als 100 Flüchtlinge, die in einem Wohnblock am Ziolkowskiring untergebracht sind, aber auch für Bedürftige aus dem Ort. In den Wochen zuvor haben Helfer wie Ilona und Wilfried Lüders, Heiner Fuhlendorf und Bärbel Jähnke Sachspenden angenommen. Diese wurden nun in den ungenutzten Räumen neben der Kita angeboten.

Gefragt war nahezu alles: Geschirr, Töpfe, Pfannen, Besteck, Winterkleidung, Möbel und vor allem Spielzeug für die Kinder der Flüchtlingsfamilien, die zumeist aus Syrien stammen. „Gleich früh um 8 Uhr gab es einen Ansturm“, erzählt Heiner Fuhlendorf, stellvertretender Bürgermeister. Die meisten Sachen waren schnell weg. „Wir haben uns gefreut, dass die Eltern der Kita Kindersachen und Spielzeug abgegeben haben, dass die Firma Boxhaus in der Nachbarschaft neuwertige Trainingsanzüge und Mützen gespendet hat und dass uns generell viele Einwohner unterstützt haben“, so Fuhlendorf. Besonders gefragt seien Fahrräder. „Viele würden gern mit dem Rad mal nach Crivitz fahren wollen“, weiß der Demener.

Die Zimmer der Flüchtlinge sind sehr spartanisch eingerichtet, zusätzlicher Hausrat ist daher sehr willkommen. Deshalb, so Fuhlendorf, soll es nicht bei der einmaligen Hilfsaktion bleiben. Ilona Lüders, gerade Rentnerin geworden, will die Annahme- und Ausgabestelle neben der Kita jeden Donnerstag von 8 bis 11 Uhr öffnen und weitere Spenden für Bedürftige entgegennehmen und diese weiterreichen.

Bürgermeisterin Heidrun Sprenger informiert, dass Kommune und Kirchengemeinde in den zurückliegenden Tagen Vereinsvorsitzende und Flüchtlinge ins Pfarrhaus eingeladen haben. In dieser Runde stellten die Demener ihre Vereine vor und luden ein zum Mitmachen. Die Stühle reichten anfangs gar nicht – so groß war der Andrang. Hier erfuhren die Flüchtlinge, dass im Demener Karnevalsverein auch Kinder in einer Tanzgruppe trainieren, sie treffen sich im Evita-Forum, quasi in der Nachbarschaft ihres Wohnblocks. Für die zwei Angelvereine sei es denkbar, Schnupperangeln zu organisieren. Im Juni zum Internationen Kindertag soll ein Seifenkistenrennen stattfinden. Hier werden, so ist es vorgesehen, Kinder aus den Flüchtlingsfamilien mit einer Mannschaft an den Start gehen. Im Mai feiert der Demener Seniorenverein 25. Geburtstag. Vorher sollen die Außenanlagen der alten Dorfschule, hier haben die Senioren ihr Domizil, gesäubert werden. Spontan sagten mehrere junge Männer zu, helfen zu wollen.

Katharina Lepsien, Erzieherin in der Kita, unterstützte nicht nur mit den Eltern die Spendenaktion. Sie stellte in dieser Runde die Kita vor. Denn es gibt bereits erste Anträge von Flüchtlingsfamilien, so die Bürgermeisterin, die ihre Kinder für den Kita-Besuch anmelden möchten. Plätze wären noch frei. Allerdings werde dringend eine Erzieherin gesucht, betont die Bürgermeisterin. Die Erzieherinnen laden die Neuen in dieser Woche zu einem Tag der offenen Tür ein. Kinder und Eltern dürfen sich dann ausführlicher umschauen.

Und auch Pastorin Marie Maercker hat Pläne, wie sie helfen möchte. „Wir wollen Musikunterricht anbieten“, erklärt sie. Wer möchte, könne Gitarre oder Klavier lernen. Und die Kirchengemeinde selbst würde sich über zusätzliche Bläser freuen. Der Unterricht werde im Pfarrhaus stattfinden, die Musikinstrumente werden gestellt. Gleich mehrere Teilnehmer zeigten Interesse.

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