Missbrauchsverdacht in Schwerin : Hilfe für Kinder

Laut Statistik wird in Deutschland jedes achte Kind missbraucht.
Laut Statistik wird in Deutschland jedes achte Kind missbraucht.

Zuhören, bestärken, Rat geben

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11. August 2015, 21:00 Uhr

„Die Eltern sollten ihren Kindern zuhören, sie bestärken, ihnen Halt geben“, sagt Bärbel Schirrmacher vom Deutschen Kinderschutzbund in Schwerin. Auch einen Tag nach Bekanntwerden der Festnahme eines 41-jährigen Jugendarbeiters aus dem Verein „Power for Kids“ im Mueßer Holz unter dem Verdacht des sexuellen Missbrauchs (SVZ berichtete) ist die Bestürzung in der Stadt noch immer groß. „Es ist furchtbar, wenn Kindern so etwas passiert“, so Schirrmacher.

Der Kinderschutzbund in der Perleberger Straße 20 bietet Kindern von „Power for Kids“ und ihren Eltern seine Hilfe an. „Wir sprechen mit den Betroffenen und sehen uns an, welche Hilfe sie benötigen“, erklärt Schirrmacher. So gäbe es beim Kinderschutzbund etwa das Projekt der Psychosozialen Prozessbegleitung. Kinder, die Opfer von sexuellem Missbrauch oder anderen Formen von Gewalt geworden seien, würden vom Kinderschutzbund auf Wunsch vor, während und nach der Gerichtsverhandlung betreut, so Schirrmacher.

Durch die Erfahrung sexuellen Missbrauchs könne ein Kind traumatisiert werden, sagt der Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Schweriner Helios-Kliniken, Dr. Christian Haase. Auch er rät Eltern, offen und ruhig mit ihren Kindern zu sprechen und auf Verhaltensänderungen wie Ängste, Aggressionen und körperliche Beschwerden zu achten, um dann therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

In insgesamt 16 Fällen soll der 41-jährige Mitgründer des Vereins „Power for Kids“ Jungen im Alter von 10 bis 13 Jahren aufgefordert zu haben, sich vor ihm zu entblößen, und einige der Kinder gegen ihren Willen im Genitalbereich berührt haben. Zudem soll er zwei Kindern jugendpornografische Videos gezeigt haben.

Opfer können sich auch an den Weißen Ring in Schwerin wenden.

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