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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. November 2017 | 09:38 Uhr

Schwerin : Hilfe aus der Schuldenfalle

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Volkssolidarität eröffnet im Januar neue Beratungsstelle. Jeder fünfte Haushalt in Schwerin überschuldet

svz.de von
erstellt am 29.Dez.2015 | 21:00 Uhr

Für Schweriner, die in der Kreide stehen, gibt es eine neue Adresse. Vom 4. Januar an bietet die Volkssolidarität im medienhaus:nord in der Gutenbergstraße 1 eine Schuldner- und Insolvenzberatung an. „Wir haben ein kompetentes und erfahrenes Team an Bord und freuen uns auf die neue Aufgabe“, sagt die Landesgeschäftsführerin der Volkssolidarität, Kerstin Liebich.

Zwei erfahrene Juristinnen, ein Sozialarbeiter und eine Wirtschaftsrechtlerin gehören zum Team der neuen Schuldnerberatung, die die Arbeit der bisherigen Beratungsstelle „Lichtblick“ des Diakoniewerks Neues Ufer in der Steinstraße fortsetzt. „Die Arbeit einer Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle in der Landeshauptstadt ist unverzichtbar. Ich danke den Mitarbeitern der Beratungsstelle ,Lichtblick‘, die in den vergangenen Jahren eine hervorragende Arbeit geleistet haben“, erklärt Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow.

Vor zwei Monaten hatte die Stadt allerdings das Aus für die Beratungsstelle „Lichtblick“ besiegelt, weil sie die Fördermittel für eine Schuldner- und Insolvenzberatung in Schwerin dem Landesverband der Volkssolidarität zusprach (SVZ berichtete). Rund 12 000 Schwerinern hat das „Lichtblick“-Team in den vergangenen 22 Jahren geholfen. Nach Schätzungen ist jeder fünfte Haushalt in der Landeshauptstadt überschuldet.

Hilfesuchende, die sich schon an die Beratungsstelle des Diakoniewerks gewandt haben, werden auf Wunsch von der Volkssolidarität weiter beraten. „In Abstimmung mit der Diakonie wird unter Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen der Übergang für alle so reibungslos wie möglich gestaltet“, teilt die Stadt mit.

Und so läuft eine Beratung normalerweise ab: Gemeinsam mit den Beratern wird eine Übersicht über die Schulden zusammengestellt. Dann werden die Fragen der Haushaltsplanung erfasst, um daraus Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Ziel ist es, zuerst die dringenden Schuldenprobleme wie Mietschulden oder Kontopfändung schnell zu lösen. Im weiteren Verlauf wird die Regulierung der Schulden, zum Beispiel durch ein Verbraucherinsolvenzverfahren, in Angriff genommen.

Geöffnet ist die neue Beratungsstelle in der Gutenbergstraße 1 dienstags, mittwochs und donnerstags von 9 bis 11.30 und von 12.30 bis 14 Uhr. Für Berufstätige wird zusätzlich eine Abendsprechstunde bis 18 Uhr angeboten. Montags und freitags stehen die Berater bei Notfällen oder nach vorheriger terminlicher Vereinbarung zur Verfügung.

Ein Schwerpunkt der Arbeit der neuen Beratungsstelle wird die Schuldenprävention sein. So sind unter anderem Vortragsveranstaltungen an Schulen geplant, etwa zum Thema „Handyverträge“. Zu erreichen ist die Schuldnerberatung unter der Telefonnummer 0385/ 30347460 und der E-Mail-Adresse schuldnerberatung-mv@volkssolidaritaet. de.

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