Trammer Goa-Party : Hier tanzt selbst der Teddy mit

Bunt, ein bisschen laut und sehr gut gelaunt feierten mehr als 1000 Freunde der Goa-Musik in der Kieskuhle. Viel Liebe zum Detail steckte in der Dekoration. Fotos: Müller
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Bunt, ein bisschen laut und sehr gut gelaunt feierten mehr als 1000 Freunde der Goa-Musik in der Kieskuhle. Viel Liebe zum Detail steckte in der Dekoration. Fotos: Müller

Die sonst verlassene Kieskuhle zwischen Zapel und Tramm wandelt sich einmal im Jahr zur größten naturnahen Feierfläche der Region

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19. Juni 2016, 21:00 Uhr

Es ist der Spielplatz der großen Leute, sagt Fred. Der junge Mann ist einer von mehr als 1000 Gästen beim Goa-Festival in der Kieskuhle zwischen Tramm und Zapel: dem „Sommernachtztraum“ der ganz besonderen Art. Hier darf jeder sein wie er will. Bunt. Laut. Gut gelaunt. Aber eines eben nicht: aggressiv. „Das ist das schöne an Goa, es geht hier friedlich zu und die Vorurteile mit exzessivem Drogenkonsum sind wirklich lange überholt – haben auch nie gestimmt“, versichert Lisa Theres Dolk vom Betreuungs- und Sanitätszug Parchim. Zusammen mit acht weiteren Sanitätern kümmerte sie sich um die Goa-Teilnehmer. „Wir haben hier etwa jede Stunde einen Patienten. Das ist human“, erklärt die junge Frau. Und „verarzten“ müssen sie hauptsächlich Zeckenbisse, Splitter unter der Haut oder kleinere Schnittwunden. „Nix, was dramatisch ist“, ergänzt ihr Kollege Torsten Weltscheck. Er selbst genießt die Goa-Atmosphäre – auch die Musik. „Es ist wirklich etwas für alle Altersgruppen und das schöne an Goa: Hier sind wirklich alle freundlich, es gibt weder Gerangel noch Prügeleien. Ganz anders als sonstige Groß-Events.“

Für den dänischen DJ Joel Rowdy aus der Nähe von Kopenhagen ist der „Sommernachtztraum“ bei Zapel einer der schönsten Termine in seinem Kalender. „I fucking love it – hier ist es so schön kuschlig“, erklärt der Däne. So genießt er es, nach seinem Dienst auch noch mit der Menge zu feiern, ohne ständig von Fans belagert zu werden. Einiger seiner Landsleute sind auch bei der „Forrest Explosion“ in der Kieskuhle zu Gast. „Dänen lieben Goa, aber das gibt es bei uns nicht. Denn um 24 Uhr sind alle Kneipen zu und alle Veranstaltungen spätestens zu Ende.

In der Kieskuhle zwischen Tramm und Zapel wird drei Tage durchgefeiert. Und genau deshalb hatten sich auch Enrique und Jens aus der Nähe von Loitz auf den Weg gemacht. Mit Campingwagen, Zelt und der Grundausstattung für die gesunde Ernährung. „Ja, wir machen Eierkuchen zum Frühstück und es gibt frisches Hähnchenfleisch mit Gemüse. Kein Dosenfutter“, versichern die Jungs und präsentieren auch prompt ihren Einkauf. Drogen haben sie keine im Gepäck. „Wir können auch ohne Spaß haben“, versichern sie. Dass es durchaus Alkohol gibt – keine Frage. Aber in Maßen. „Jeder kennt mittlerweile seine Grenzen“, wirft Maximilian ein. Er ist ein zufälliger Gast in der Runde, der nach Grillkohle fragt. Und er bekommt sie. Ganz ohne Gegenleistung. „Hier helfen sich alle gegenseitig. Hier sind alle gleich. Da ist es egal, ob du Anwalt oder Putzfrau bist“, sagt Nancy aus Zapel. Und um sie herum tanzen Elfen, Bären und ganz normale Jugendliche – genießen den Sand unter den Füßen.

Mit dem Genuss ist es heute vorbei: Jetzt wird aufgeräumt. Bis Mittwoch werde viel zu tun sein, sagt Veranstalter Daniel Woth. Doch er will wieder kommen. „Das geht eben nur, wenn alles seine Ordnung hat.“

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