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Meine Heimat, meine Zeitung : Hier stehen die Mitarbeiter im Fokus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Firma Schoeller Allibert bietet einen Relax-Raum, frisches Obst und vieles mehr

svz.de von
erstellt am 17.Dez.2015 | 12:00 Uhr

Sacktannen Sie stellen Verpackungen her. Aber nicht irgendwelche, sondern innovative mehrweg- und recyclingfähige Kunststoffverpackungen: faltbare Groß- und Kleinladungsträger, verschiedene Kunststoffkästen  für Getränke, stapelbare Behälter, Transportwagen und Deckel sowie Kunststoffpaletten. „30000 Tonnen jährlich“, berichtet der Schweriner Betriebsleiter der  Schoeller Allibert GmbH, Carsten Malschofsky. Und die Produkte gehen in die ganze Welt.  Malschofsky ist bescheiden. Er redet nicht über sich, sondern stellt sofort seine Mitarbeiter in den Vordergrund. Hat nur lobende Worte. Und das kommt nicht von ungefähr. Denn: Das Unternehmen in Sacktannen wurde erst im November mit dem „Großen Preis des Mittelstandes“  der  Oskar-Patzelt-Stiftung ausgezeichnet.

„Ohne die  Einsatzbereitschaft und Treue unserer Mitarbeiter wäre der Erfolg nicht möglich“,  so Malschofsky. Familienfreundlichkeit  wird  bei Schoeller Allibert  groß geschrieben. Zum Beispiel  dürfen die Kollegen , wo es möglich ist,  ihre Kinder mit an den Arbeitsplatz  nehmen.  Ergonomische Arbeitsplätze sind selbstverständlich. Auch ein Relax-Raum steht den Mitarbeitern zur Verfügung. Täglich gibt es frisches Obst, das Essen in der eigenen Kantine gibt es vergünstigt. Das  Unternehmen  hat  eine werkseigene Behindertenwerkstatt und  arbeitet   auch mit weiteren Behindertenwerkstätten zusammen. Aktuell bildet   Schoeller Allibert  in Schwerin  13 Jugendliche aus. In den vergangenen Jahren wurden allen Auszubildenden Arbeitsplätze angeboten.

250 Mitarbeiter sind zur Zeit bei Schoeller Allibert angestellt. „Und wir suchen immer noch Personal“, so der Betriebsleiter Carsten Malschofsky. Im kommenden Jahr werden acht bis zehn Auszubildende und fünf bis zehn Fachkräfte im Kunststoffbereich benötigt.

 

Folienreste aus dem Müll  werden ganze Tonnen

Betritt man den Hof des Unternehmens, stechen gleich die großen schwarzen Kunststoff-Tanks ins Auge. In der Halle stehen Eimer, Kästen, Kübel, ebenfalls alles aus Kunststoff,  ebenfalls schwarz. „Wir legen bei der Produktion besonderen Wert darauf, dass wir umweltfreundlich arbeiten“, erklärt der Greenlife-Geschäftsführer Friedhelm Neumann.

Und das sind keine leeren Worte: „Greenlife ist ein Lebensgefühl“, bestärkt Neumann. Bevor ein Gegenstand produziert wird, werden Gelbe Säcke und Tonnen sortiert. Folienreste werden herausgenommen, zerkleinert, gewaschen, getrocknet, geschmolzen, gefärbt und granuliert. „Diese Vorarbeiten finden nicht bei uns statt. Wir kaufen das Granulat ein, produzieren dann die Behälter und verkaufen sie“, berichtet Neumann. 50 Prozent gehen auf den deutschen Markt, der Rest wird in ganz Europa und auch mal in Mittelamerika und Australien umgesetzt. Insgesamt produziert das Unternehmen jährlich etwa eine Million Eimer und 500000 größere Behältnisse. „Täglich stellen wir zwei Sorten unserer Produkte her. Alle 14 Tage wird gewechselt. Insgesamt umfasst die Palette zwölf verschiedene Artikel“, erklärt der Geschäftsführer.

Die schwarze Ware macht zwar einen großen Teil des Umsatzes aus, doch besonders am Herzen liegen Friedhelm Neumann die Anlagen für das Wassermanagement. „Inzwischen sind wir in Sachen Qualität und Preis weltweit einmalig.“ Anlagen zur Aufbereitung so genannten Grauwassers, das beim Duschen, Baden und Händewaschen anfällt oder aus der Waschmaschine kommt, liefert Greenlife für die industrielle Nutzung, für Hotels und Bürohäuser. Aber auch Anlagen zur Regenwassernutzung für Haus und Garten  gehören zum Sortiment, etwa  Speicher mit einem Fassungsvermögen von bis zu 47 000 Litern. „Die Anlagen gehen nach ganz Europa“, berichtet Neumann stolz.

 

Ohne Einwohner

Die Bezeichnung des Stadtteils geht auf eine ehemalige Flurbezeichnung „Im Sack“ zurück. In den 50er-Jahren erfolgte der Beschluss zum Ausbau als Industriegebiet. Unter weitgehender Nutzung der aus dem Jahre 1936 vorhandenen Lager- und Montagehallen eines Heereszeugamtes der Wehrmacht erfolgte zwischen 1959 und 1961 der Aufbau eines Kabelwerkes und eines Plastverarbeitungswerkes mit eigenem Straßen- und Eisenbahnanschluss. Die Produktion begann im Dezember 1960. Das Kabelwerk entwickelte sich zum größten Industriewerk Schwerins und zum zweitgrößten Kabelwerk der DDR, das von 1969 an zu dem in Berlin ansässigen Kombinat VEB Kabelwerk Oberspree (KWO) gehörte. Großbetriebe sollten die heutige Landeshauptstadt aus der einstigen Residenzstadt zu einer Arbeiterstadt machen. So sah die Planung für das Plastverarbeitungswerk etwa 1300 und für das Kabelwerk 1500 Beschäftigte vor. Für die überwiegend im neu entstandenen Plattenbaugebiet Lankow wohnenden Arbeiter wurde 1967 die Busline Lankow-Siedlung – Sacktannen eingerichtet, nachdem schon  seit 1952 eine Verbindung von der Stadt nach Wittenförden über Sacktannen bestand.

Nach der Wende gab es mehrfache Eigentümerwechsel bei gleichzeitiger Reduzierung der Arbeitsplätze. Das Industriegebiet ist heute dennoch eines der wichtigsten Bestandsgewerbegebiete der Landeshauptstadt. Es ist etwa 47 Hektar groß. Insgesamt sind etwa 30 Unternehmen ansässig.

 

Service

Der Ortsbeirat von Neumühle ist auch gleichzeitig für Sacktannen zuständig. Die Mitglieder des Beirates treffen  sich monatlich, in der Regel jeden dritten Dienstag. Die genauen Termine werden kurzfristig in der SVZ bekanntgegeben

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