Feldtag in Holthusen : Hier kommt es auf den Versuch an

Der Weizen zeigt sich von der besten Seite: Beraterin Anna Belaya erklärte den Teilnehmern die einzelnen Pflanzenschutzmaßnahmen.
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Der Weizen zeigt sich von der besten Seite: Beraterin Anna Belaya erklärte den Teilnehmern die einzelnen Pflanzenschutzmaßnahmen.

Neue Sorten, Düngung und Pflanzenschutz: Landwirte informieren sich auf Testfeldern bei Holthusen über Raps und Getreide

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01. Juni 2017, 12:00 Uhr

Es sind kleine Runden, die die Erntemaschinen in wenigen Wochen auf einigen der Flächen der Agrargemeinschaft Holthusen drehen. Im Herbst 2016 hat sich das Team um Firmenchefin Brigitte Roost-Krüger nicht etwa für kleinbäuerliche Landwirtschaft entschieden. Zusammen mit der KWS, einem Pflanzenzüchtungs- und Biotechnologie-Unternehmen aus dem niedersächsischen Einbeck, wurden wieder Versuchsfelder angelegt. Mittlerweile zum sechsten Mal. Auf Flächen zwischen 10 und 35 Hektar wachsen nun verschiedene Sorten Weizen, Roggen, Mais und Raps. Alle wurden unterschiedlich behandelt und die Ergebnisse mit Landwirten aus der Region und den Nachbarbundesländern sowie einer Delegation aus Russland diskutiert. Doch nicht nur alle Zahlen und Fakten wurden unter die Lupe genommen, sondern auch die Pflanzen selbst. Wie es der Name schon sagt, schauten sich die Landwirte, Anbauberater und Getreidehändler am Feldtag ebenso die Pflanzen unter freiem Himmel an. Sowohl Düngung als auch Pflanzenschutz standen im Mittelpunkt. Außerdem ging es um die Aussaat. „Wichtig ist, dass man ganz genau schaut, welche Voraussetzungen man mitbringt: Bodenqualität und Witterung“, sagte Andreas Potthast vom Landmaschinenhersteller Kverneland. Im Fokus seines Vortrags standen an diesem Vormittag das Striptill-Verfahren und die Einzelkornsaat. Striptill sei nicht nur bestens geeignet für Reihenkulturen wie Mais und Zuckerrüben, sondern auch für Raps. Denn der Boden wird nur dort bearbeitet, wo Pflanzen wachsen sollen. Dadurch werden bis zu 70 Prozent nicht bearbeitet. „So wird der Acker vor Erosion und Austrocknung geschützt. Was aber für den Landwirt zudem nicht unerheblich ist: Gleichzeitig würden die Kosten für die Bodenbearbeitung sinken“, fügte Potthast hinzu. Bis sich diese Methode jedoch im Mais etabliert habe, würde es dauern. „Bei den jetzigen Saatkörnern für den Raps haben wir es noch mit einem Naturprodukt zu tun“, sagte Andreas Krull, bei der KWS zuständig für die Ölsaaten. Erst so genanntes gepilltes Saatgut würde den Ablauf erleichtern. Allerdings sei das wiederum mit höheren Kosten verbunden, denn die Rapskörner müssten ummantelt werden, um eine einheitliche Größe zu bekommen. Und diese Mehrkosten, so Krull, wolle der Landwirt noch nicht zahlen.

Was die Bauern aber durchaus vom Feldtag mitnehmen, sind die Tipps gegen Krankheiten wie Kohlhernie bei Raps. Dazu hatte Krull mehrere Vorschläge im Gepäck. Landwirt Michael Pahlow spitzte nicht nur dabei die Ohren. „Ein Feldtag ist ein super Angebot. Man lernt nicht nur dazu. Ich kann bei mir die Fehler vermeiden, die die anderen gemacht haben“, sagt der Zülower. Ein Berufskollege, der sich an diesem Tag aus Schleswig-Holstein auf den Weg nach Holthusen gemacht hatte, war das Ganze ebenso ein Zugewinn. „Hier lassen sich prima Kontakte knüpfen. Es ist nicht nur Theorie wie aus der Broschüre, sondern man sieht auf dem Feld, ob es funktioniert.“ Gastgeberin Brigitte Roost-Krüger war zufrieden. Auch wenngleich nicht jede Saat wie geplant aufgelaufen ist und sich nicht wie im Bilderbuch entwickelt hat. „Dazu sind es Versuchsfelder. Es kann weiter dran gearbeitet werden, die Erträge zu verbessern. Und wir bleiben stets im Gespräch“, sagt Brigitte Roost-Krüger.

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