Neue Industrie : Hier kommt bald der Bio-Abfall hin

Erschließung auf Hochtouren: Von neuen Straßen und Versorgungsleitungen im Industriepark profitiert auch die Bio-Gasanlage.
1 von 2
Erschließung auf Hochtouren: Von neuen Straßen und Versorgungsleitungen im Industriepark profitiert auch die Bio-Gasanlage.

SAS investiert in moderne Bio-Gasanlage im Industriepark, die vom nächsten Jahr an Strom und hochwertigen Dünger produziert

von
26. Juli 2014, 08:00 Uhr

Vergären statt kompostieren – das ist die neue Devise für die Nachnutzung des Bio-Abfalls der Landeshauptstadt. Die Schweriner Abfallentsorgungs- und Straßenreinigungsgesellschaft (SAS) hat den Zuschlag für die Verwertung des Bio-Abfalls erhalten, den das Unternehmen auch einsammelt. Und statt wie Vorgänger Heck Humus Kompost herzustellen, geht die SAS neue Wege: Die Abfälle entwickeln in einer neuen Anlage Gas, aus dem Strom in einem Blockheizkraftwerk produziert wird. Für die dabei ebenfalls entstehende Wärme gäbe es über den Eigenbedarf hinaus noch keine Abnehmer, erklärte SAS-Geschäftsführer Matthias Hartung bei einem Vor-Ort-Termin mehreren Politikern wie Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow, Energieminister Christian Pegel, Linken-Chef Peter Brill und SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Zischke. Während sich der Strom gut in das städtische Netz einspeisen lasse, sei dies mit der Wärme aufgrund der Entfernungen nicht möglich. Als Nebenprodukt wird darüber hinaus ein als Gärrest bezeichneter Dünger produziert. „Und Kompost ist wiederum unser Kerngeschäft“, erklärt Projektmanager Stefan Grüner, der in der Remondis-Gruppe, zu der die SAS gehört, für Bio-Gasanlagen verantwortlich zeichnet.

Und das Verfahren ist effektiv: Eine Radladerschaufel Küchenabfall – rund 2,5 Tonnen Gewicht – ergeben etwa 400 Kilowattstunden und könnten somit einen Single-Haushalt ein ganzes Jahr lang mit Strom versorgen. Aus rund 7000 Tonnen Bio-Abfall in der Landeshauptstadt will die SAS in den Göhrener Tannen vom kommenden Jahr an 2,4 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren. Die Anlage ist modern, mit Lufttauschsystem und Filtern, so dass es keine Geruchsprobleme geben werde, versichert Stefan Grüner, der schon mehrere dieser Anlagen gebaut hat.

Rund 6,5 Millionen Euro investiert die SAS in den Göhrener Tannen. Ausgelegt ist die Anlage für 14 000 Tonnen pro Jahr. „Unser Angebot an die Landkreise steht“, sagt die Oberbürgermeisterin.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen