Schweriner Bürgerengagement : Hier hat jede Ecke eine Geschichte

Packen mit an: Jason und Jaqueline helfen, damit das Patchwork-Center bald fertig ist.
Packen mit an: Jason und Jaqueline helfen, damit das Patchwork-Center bald fertig ist.

Im Mueßer Holz werkeln engagierte Anwohner gemeinsam an einem Nachbarschaftstreff / Die Eröffnung ist im April geplant

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27. Februar 2018, 05:00 Uhr

Von Briefen und Paketen fehlt in der alten Posthalle in der Hamburger Allee schon lange jede Spur. Stattdessen hämmern und sägen hier viele Hobby-Handwerker. „Wir bauen die alte Halle zu einem Patchwork-Center um, einem Treffpunkt für alle aus dem Mueßer Holz“, sagt Christian Kooiman. Der Niederländer ist studierter Pastor und leitet das Projekt, das vor vielen Monaten startete und im April sein großes Finale finden soll: „Wir planen, unseren Treff am 27. April mit einer großen Party einzuweihen“, erklärt der 32-Jährige. Damit der Plan aufgeht, sind aber noch einige Handgriffe notwendig. „Wir müssen die Wände nochmal streichen, die Lampen anschließen und noch am Feinschliff arbeiten“, so Kooiman.

Motivationsprobleme haben der Christ und sein Team mit ungefähr 20 Freiwilligen keine. Bereits zu Beginn ihrer Renovierungsarbeiten musste sie mit Vorurteilen leben, erzählt der Schweriner: „Das klappt niemals, das schafft ihr nie. Diese Äußerungen haben wir öfter gehört. Doch die negative Energie haben wir in positive umgewandelt.“ Mit der Hilfe von privaten Spendern und Organisationen haben die Freizeit-Renovierer die notwendige Summe von 400  000 Euro zusammengetragen. Für die Hälfte musste Kooiman ein Darlehen aufnehmen, das in den nächsten Jahren Stück für Stück zurückgezahlt wird. „Ohne die Hilfe von Sponsoren hätten wir keine Chance gehabt. Doch sie haben genauso an uns geglaubt, wie wir an uns selbst. Dafür möchten wir etwas zurückgeben“, sagt der Projektleiter. Dass nicht alles perfekt laufe, dass sei bereits vor dem Start der Renovierung klar gewesen. Für die sanitären Anlagen und die Elektrik holten sich Kooiman und sein Team Handwerker ins Patchwork-Center, den Rest erledigten sie selbst. „Wir machen das alle zum ersten Mal. Das nicht alles wie von erfahrenen Handwerkern aussieht, war uns klar. Dafür hat bei uns jede Ecke eine Geschichte, in der das Herzblut jedes einzelnen steckt.“ Das Patchwork-Center kommt an – das zeigt der große Kalender, der inmitten der Baustelle hängt. Für die kommenden Monate haben sich bereits drei Hochzeitsgesellschaften angemeldet, außerdem soll hier im Mai ein Konzert stattfinden. „All das ohne Werbung. Jetzt müssen wir nur dafür sorgen, dass wir in unserem selbst auferlegten Plan bleiben“, erklärt Kooiman.

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