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Zeitung für die Landeshauptstadt

13. Dezember 2017 | 14:03 Uhr

Eltern in Schwerin : Hier gibt die Hebamme den Ton an

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bett, Wanne oder Hocker? 75 werdende Mütter und Väter besichtigen den Kreißsaal der Helios-Kliniken Schwerin

von
erstellt am 09.Aug.2017 | 23:51 Uhr

„Eine Geburt ist das Normalste von der Welt“, sagt Chefarzt Dr. Stephan Henschen lächelnd und begrüßt die 75 werdenden Mütter und Väter, die erwartungsvoll im Konferenzraum Leezen in den Helios-Kliniken vor ihm sitzen. Sie alle wollen am Informationsabend mit anschließender Kreißsaalführung und Besichtigung der Mutter-Kind-Station, die jeden zweiten Dienstag angeboten wird, teilnehmen.

„Die Hebammen geben den Ton an. Wir Ärzte agieren nur, wenn es notwendig ist“, erklärt der Mediziner weiter. Und das sei gar nicht oft. So wurden im vergangenen Jahr 1  318 Kinder in den Helios-Kliniken geboren, darunter 49 Zwillingspaare. Die meisten auf natürlichem Weg. „Wir haben eine Kaiserschnittrate von etwa 26 Prozent“, sagt Henschen. Angepeilt werden allerdings 15 Prozent. „Eine natürliche Geburt ist in jedem Fall besser“, betont der Chefarzt für Frauenheilkunde. Denn neben den operationsbedingten Risiken kann ein Kaiserschnitt Folgen für spätere Schwangerschaften haben: Zum einen könne die Gebärmutter während einer späteren normalen Geburt reißen. Zum anderen wachse der Mutterkuchen bei Schwangerschaften nach einem Kaiserschnitt etwas häufiger im unteren Bereich der Gebärmutter an, so dass er den natürlichen Geburtsweg versperrt.

„Beim natürlichen Weg können Frauen zwischen unterschiedlichen Varianten wählen“, erläutert Hebamme Heike Schnepel-Berends. „Es gibt zum Beispiel die Geburtswanne, den Hocker oder das klassische Entbindungsbett.“ In jedem Fall sei es wichtig, dass die werdenden Mütter und Väter mit den Hebammen sprechen. „Und uns ihre Wünsche mitteilen – auch, wenn ihnen eine Position nicht gefällt und sie sich unwohl fühlen.“

Wer sich für eine Geburt in den Helios-Kliniken entscheidet, der sollte sich in der 30. Schwangerschaftswoche zu einem Geburtsplanungsgespräch anmelden. „Natürlich geht es auch ohne so ein Gespräch, aber dann müssen wir der Frau alle Fragen während der Wehen stellen“, sagt Schnepel-Berends. Zum Vorgespräch sollte die werdende Mutter ihren Mutterpass, weitere Befunde, Fragen und ihre Wünsche mitbringen.

Ist es schließlich so weit, gibt es Anzeichen: „Regelmäßiges Ziehen alle fünf bis zehn Minuten, ein Blasensprung oder Schleimabgang weisen darauf hin, dass sich das Kind auf den Weg macht“, erklärt die Hebamme. Dann sollte man sich auf den Weg in die Klinik machen.

„In der Regel verlassen uns Mutter und Kind nach drei bis vier Tagen“, erklärt Schnepel-Berends. Zu Hause sollte allerdings die Betreuung durch eine Hebamme sichergestellt sein. „Dafür sorgt die werdende Mutter bestenfalls schon während der Schwangerschaft“, rät die Hebamme.




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