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Hinter Schweriner Türen : Hier gehts nur mit Code rein

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Blick hinter verschlossene Türen in der Landeshauptstadt – heute: Die Apotheke im Krankenhaus stellt Medikamente und Cremes her

svz.de von
erstellt am 19.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Ob große Holztüren oder schwere Eisenportale, kleine Luken oder automatische Glastüren – in der Stadt gibt es zahllose Eingänge an öffentlichen Orten. Doch nicht immer dürfen Schweriner einfach so hineingehen, meist liegen die Räume dahinter im Dunkeln. Dabei verbirgt sich die eine oder andere Überraschung hinter den verschlossenen Türen in der Landeshauptstadt, wie die Apotheke in den Helios-Kliniken.

Im Erdgeschoss des Hauses K kommen Patienten, Besucher und Mitarbeiter des Schweriner Krankenhauses nicht weiter. Eine große Doppelglastür versperrt den Weg, der Zugang ist nur mit einem Code möglich. Dahinter verbirgt sich die Klinik-Apotheke. Hier werden nicht nur Medikamente wie Kopfschmerztabletten gelagert, sondern auch Arzneimittel, Seifen und Cremes hergestellt – allerdings nur für den Gebrauch in Krankenhäusern. Neben der Schweriner Klinik beliefern die 30 Mitarbeiter, davon zehn Apotheker, neun weitere Häuser wie in Geesthacht.

„Einen Code für den Zugang hat nicht mal der Geschäftsführer“, erzählt Dr. Jens Jakob. Und auch innerhalb der Apotheke gibt es Räume, die nicht alle Mitarbeiter betreten dürfen. „Unsere Betäubungsmittel liegen in Tresoren in einem gesonderten Lager“, so der Leiter der Apotheke. „Jede Entnahme wird dokumentiert.“

In zwei Reinraumkomplexen werden sterile Arzneimittel hergestellt – Zytostatika für Krebspatienten und Ernährungslösungen für Frühgeborene. Einsehbar sind die Räume nur von außen. „Die Medikamente kommen direkt in die Blutbahn, da müssen allerhöchste Qualitätsstandards eingehalten werden“, erklärt Dr. Jakob. Deswegen herrsche in den Räumen die höchste Luftqualität und Überdruck. „Wir müssen aber nicht nur das Produkt sondern auch unsere Mitarbeiter schützen.“ Der Zutritt ist nur durch Schleusen möglich, es muss sich zweimal umgezogen werden, die Kleidung ist fusselfrei, alles muss steril sein.

Die zahlreichen Regale und Kühlräume in dem großen Lager der Klinik-Apotheke sind mit mehr als 1200 verschiedenen Medikamenten gefüllt. „Wir liefern ungefähr 3500 Packungen pro Tag aus“, sagt der Chefapotheker. Jede Schweriner Station werde nach einem Plan beliefert, ein automatisches System könne die Pakete für bis zu 20 Abteilungen gleichzeitig packen. Die Medikamente müssen jedoch von Hand aus den Regalen auf ein Laufband gelegt werden. „Das Gesetz schreibt vor, dass wir von jedem Mittel einen 14-Tages-Vorrat haben müssen“, so Dr. Jens Jakob.

In den Schweriner Helios Kliniken gibt es neben der Apotheke noch weitere Räume, die nicht öffentlich zugänglich sind. Dazu gehören auch Labore und die Pathologie, wo jedoch entgegen den Erwartungen meist Gewebeproben untersucht werden.

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