Redefin : Herr Rohde lernt Kutsche fahren

Als wenn er ständig auf einem Kuschbock sitzt, lenkt Hans-Jürgen Rohde die Hengste Loclan und Cormjan – angeleitet durch Pferdewirt Dirk Engelke-Wilk.
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Als wenn er ständig auf einem Kuschbock sitzt, lenkt Hans-Jürgen Rohde die Hengste Loclan und Cormjan – angeleitet durch Pferdewirt Dirk Engelke-Wilk.

SVZ erfüllt den ersten Wunsch: Ein Tag auf dem Landgestüt in Redefin. Förderkreis und Geschäftsführung helfen bei der Umsetzung

svz.de von
09. Juni 2018, 16:00 Uhr

Seit Mai gibt es in unserer Lokalausgabe eine Rubrik „Wünsch Dir was“. Montags, mittwochs und freitags äußern Leser darin einen persönlichen Wunsch. Bedingung ist, dass der Wunsch für uns erfüllbar ist. Am Ende eines Monats versuchen wir einen dieser Wünsche wahr werden zu lassen.

Hans-Jürgen Rohde, bis vor kurzem Mitarbeiter des Wachdienstes im SVZ-Gebäude, ist der Erste, den wir versucht haben, etwas glücklicher zu machen. „Mein größter Wunsch ist schon seit langer Zeit, einen Tag auf dem Landgestüt in Redefin zu verbringen“, stand am 4. Mai in der der SVZ. Am selben Tag rief uns Dr. Rühle vom Förderkreis des Landgestüts an und versprach, sich um diese Wunscherfüllung zu bemühen.

An einem Donnerstag lenkt Hans-Jürgen Rohde angespannt, aber nicht ungeschickt die Kutsche mit den zwei braunen Hengsten über das weitläufige Gelände des Landgestüts. „Immer die Verbindung zum Tier halten“, mahnt Kutsch-Fahrlehrer Dirk Engelke-Wilk. „Die Zügel nicht zu locker lassen – sonst machen die Pferde, was sie wollen – und nicht zu straff ziehen.“ Der 66-jährige Fahrschüler des besonderen Gefährts befolgt aufmerksam alle Anweisungen.

Er lernt, nach links und rechts zu fahren, die Tiere schneller oder langsamer traben zu lassen und zu bremsen. Das wird hinter einer Kurve auch dringend notwendig, da steht plötzlich ein kleiner Transporter vor dem Gespann. Dirk Engelke-Wilk muss eingreifen. „Solche gefährlichen Situationen gibt es für Kutscher im Straßenverkehr immer wieder“, sagt er. „Bei uns können Kutschenlenker deshalb einen Führerschein machen.“ Dieser werde demnächst als Muss für alle Kutscher kommen, zumindest für die gewerblichen.

 

„Mensch, hat das Spaß gemacht“, sagt sein heutiger Fahrschüler nach knapp zwei Stunden, als er vom Kutschbock steigt. Er möchte bald unbedingt einen Schnupperkurs für den Kutschen-Führerschein besuchen. Eine Woche dauert ein Grundkurs auf dem Landgestüt. Das erwirtschaftet seine Einnahmen längst nicht mehr allein durch die Bereitstellung seiner 120 Hengste für die Zucht, sondern auch durch Ausbildungen wie die auf dem Kutschbock, Sportlehrgänge, touristische Angebote und Veranstaltungen.

Das erfährt Hans-Jürgen Rohde bei einer Sonderführung durchs Gestüt, die Erich Abel vom Vorstand des Förderkreises gibt. Zuvor wurde der SVZ-Leser persönlich von Geschäftsführerin Antje Kerber begrüßt. Abel wurde 1951 auf dem Landgestüt geboren, sein Vater arbeitete dort 50 Jahre lang bis 1989 als Gestütswärter. Während seiner Oberschulzeit lernte der spätere Chemiker den Beruf des Pferdewirts und lebt heute in seinem Elternhaus auf dem Gelände. „Das war herrlich“, fasst Hans-Jürgen Rohde am Ende seinen Tag auf dem Gestüt zusammen.

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