Zwischenstopp in langen Brütz : Herr Haase liebt auch den Wald

Der mecklenburgische Forst ist Jörg Haase ans Herz gewachsen, er kennt so manche schöne Ecke.
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Der mecklenburgische Forst ist Jörg Haase ans Herz gewachsen, er kennt so manche schöne Ecke.

Geboren in Berlin, studiert in Raben Steinfeld, Alterssitz in Langen Brütz – der Oberförster a. D. hat so manchen Geheimtipp

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25. September 2017, 12:00 Uhr

Es ist ein Grund, der den Spross einer Berliner Familien-Dynastie nach Mecklenburg verschlagen haben: die Liebe. Es ist die Liebe zu seiner Frau und die Liebe zum Wald. Denn Jörg Haase ist vor drei Jahren nicht nur in die Heimat seiner Frau, sondern auch zu den Wurzeln seines Forststudiums zurückgekehrt. Geboren ist er in Berlin, studiert hat er in Raben Steinfeld und viele Jahre beim VEB Forstprojektierung gearbeitet und die Forstplanung geleitet. „Was den Wald betrifft, kenne ich MV viel zu gut für einen Berliner“, sagt er und lacht.

Schon sehr früh war Jörg Haase klar, was er werden möchte. In der fünften Klasse hatte er zunächst noch zwei Wünsche: Förster oder Gutsbesitzer. „Mein Vater hat immer gesagt: Du wirst einmal Förster. Ihm selbst blieb das leider verwehrt“, erzählt Jörg Haase. Das erste Ziel hat er dann nach der Schule in die Tat umgesetzt. Erst die Lehre, anschließend das Studium, dann Revierförster und später Oberförster. Bis zum Forstamtsleiter hat er sich hochgearbeitet. Als der Ruhestand an die Tür klopfte, packten er und seine Frau die Koffer und Umzugskartons im Treptower Forstamt. „Da war die Zeit vorbei als Berliner Forstmann im Mietshaus und das nächste Projekt konnte beginnen“, erzählt Haase und verweist mit einem schelmischen Schmunzeln auf den „kleinen Gutshof“ in Langen Brütz. Das große Grundstück mit Haus und Scheune nennt er nun sein Eigen. Zeit für den Wald bleibt ihm trotzdem. „Das muss auch sein“, betont der Jäger. Schließlich habe der Wald einen positiven Einfluss auf die Seele des Menschen, versichert Haase.

Auf die Frage, wo es denn am schönsten ist, schließt er kurz die Augen und zitiert dann Fontane: „Jede Stelle hat ihre Elle.“ Es sei der Wald im Allgemeinen. Einen Lieblingsbaum hat er dennoch: die Buche. „Wenn im Winter zwischen ihren silbergrauen Stämmen ab und zu eine Kiefer, Fichte oder Douglasie emporwächst, ist das ein wunderbares Bild“, erzählt der Forstmann. Und in so manchem Buchenwald hat er eine Besonderheit dieser Gattung entdeckt: „Oben sind die Blätter wie bei der Blutbuche rot und weiter unten grün wie bei der Rotbuche – eine schöne Laune der Natur“, sagt Haase. Auf seinem Hof wächst eines dieser seltenen Exemplare.

Und obwohl es auf dem eigenen Grundstück viel zu tun und zu bestaunen gibt, zieht es ihn regelmäßig in den Wald. „Das Jagen kommt momentan etwas zu kurz, aber für kleine Ausflüge mit Familie oder Freunden reicht es immer“, versichert er. Besonders gern geht er mit Gästen durch die Bestände bei Langen Brütz in Richtung Kleefeld: „Hinter dem letzten Haus führt ein kleiner Weg zu einem backsteinernen Transformatorenhäuschen, vorbei am Brembusch bis runter nach Karnin.“

Neben viel Wissen zum Wald gibt er seinen Gästen auch immer einen kleinen Einblick in die Geschichte. „Ein Besuch der Mecklenburg – viel mehr deren Überreste – ist für jeden Landsmann doch ein Muss“, sagt Haase und muss lachen. „Es gibt viele, die da aber noch nie waren“, schiebt er hinterher. Ebenso gern fährt er nach Friedrichsmoor: „Es lässt sich wunderbar wandern und auch schlemmen“, versichert er. Und reicht die Zeit einmal nicht für einen ausgiebigen Spaziergang unter den Baumwipfeln der heimischen Wälder, dann muss der Schallplattenspieler aushelfen: „Auf, auf zum fröhlichen Jagen“ steht ganz vorn im Regal.

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