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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Oktober 2017 | 13:22 Uhr

Plate : Herr Biber zeigt sein Wohnzimmer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bootsgäste entdecken die schönen Seiten der Stör-Wasserstraße

von
erstellt am 05.Aug.2017 | 16:00 Uhr

Ganz fein rieseln die Tropfen auf die glatte Oberfläche der Stör. „Nass von oben, nass von unten. Aber das hört sicher gleich auf“, sagt Kapitän Horst Brügmann und startet den Motor der Albert. Der Vorsitzende des Angelvereins hat das Boot an diesem Abend von der Gemeinde gemietet, um Gästen die Stör-Wasserstraße und deren Bewohner näherzubringen. Im Fokus steht der Biber. Dieser Nager fühlt sich an der Stör besonders wohl.

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Auf dem Abschnitt zwischen Banzkow und Plate hat er sich laut Brügmann „erfolgreich angesiedelt“. Ob das immer ein Grund zur Freude ist? „Das darf man wohl bezweifeln. Aber wir haben mit ihm keine Probleme“, sagt er. Brügmann freut sich eher, wenn er Biber am Ufer entdeckt. Auch die Bootsgäste am Mittwochabend waren entzückt, als der erste Nager seinen Kopf aus dem Wasser reckte. „Jetzt frisst er sich satt“, erklärt Brügmann während der Biber genüsslich zwischen den Blättern der von ihm selbst gefällten Pappel dümpelt. Die Albert liegt ganz still im Wasser. Das Brummen des Motors stört den Nager nicht, sagt Rüdiger Niemann. Gerade die älteren Biber hätten sich an den Verkehr auf der Stör gewöhnt. „Er ist ein dickfälliger Kollege“, schiebt der Bootsmann hinterher und lacht. Niemann weiß aber auch, dass die stetig wachsende Population nicht überall auf Liebe stößt. Die Biber würden durch den Anstau von Gewässern Schäden an Straßen, Bahndämmen, Deichen und bebauten Flächen verursachen.

Doch für die Gäste der Bootstour war das an diesem Abend Nebensache. Sie widmeten sich lieber den schönen Seiten der Stör. So gab es immer wieder großes Staunen, wenn beispielsweise ein Reh durch die Böschung lugte, der Eisvogel über das Wasser segelte oder sich die kleinen Enten mit der Strömung trieben ließen. „Es ist wirklich herrlich“, sagt Reinhard Krasmenko zu seiner Frau und lehnt sich über das Bootsgeländer. „Schau mal Petra, wie klar das Wasser ist“, schiebt er hinterher. Die beiden Urlauber aus Itzehoe wurden von ihrem Wohnmobil-Stellplatz-Betreiber aus Barnin auf die Idee gebracht, die Biber-Tour mitzumachen. Gesehen haben sie so einen Nager bereits. „Es ist aber immer wieder erstaunlich, was die Tiere wegnagen, und auch ohne ihn lohnt sich eine Tour auf der Stör“, sagt Petra Krasmenko. Sie und ihr Mann wollen wiederkommen. „Es ist erstaunlich, wie gut das Wasserwegenetz ausgebaut ist“, ergänzt sie. Leider werde es nur selten genutzt, meinen beide.

Die Mitstreiter des Plater Angelvereins sind bald wieder auf der Stör anzutreffen – sie wollen auch weiterhin Biber-Touren anbieten. „Gern mit Abendsonne und ohne Regen“, sagt Brügmann beim Anlegen. Seine Prognose stimmte: Auf der Rücktour war es sonnig und trocken – von oben.


Anmeldungen für Touren sind möglich unter Ruf 0176/34622645 .

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