Schwerin : Hermes aus Porzellan und Glas

Geben sich die Hand: Harald Berger ist fasziniert von Hermes, dem Götterboten. Die Scherbenmosaikskulptur von Ute Laux ist in der aktuellen Ausstellung in der Gallery Berger zu sehen.
Geben sich die Hand: Harald Berger ist fasziniert von Hermes, dem Götterboten. Die Scherbenmosaikskulptur von Ute Laux ist in der aktuellen Ausstellung in der Gallery Berger zu sehen.

Herbst ist die Zeit der Ausstellungen in Schwerin, SVZ stellt einige vor – heute: Gallery Berger zeigt Kunstwerke von Ute Laux

von
10. Oktober 2019, 20:00 Uhr

Herbstliches Wetter mit kühlen Temperaturen und Regen bringt den Kultureinrichtungen in der Stadt wieder stärkeren Zulauf. Und da kann Schwerin mit künstlerischer Vielfalt punkten. Wie breit allein die Galerie-Szene aufgestellt ist, soll ein kleiner SVZ-Exkurs in dieser Woche zu Ausstellungen zeigen. Heute: „Im Licht der Zeit“ von Ute Laux.

Die menschengroße Figur könnte aus einem Star Wars-Film stammen. Auf dem ersten Blick besteht nämlich eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem goldfarbenen Roboter C-3PO. Diese Figur besteht aber aus Porzellan und Glas. „Das ist Hermes“, sagt Harald Berger, Geschäftsführer der Gallery Berger. Hermes, der Götterbote. Eine Scherbenmosaikskulptur.

Hermes ist eines von etwa 125 Werken der Schweriner Künstlerin Ute Laux in der Ausstellung „Im Licht der Zeit“. Neben weiteren Mosaikskulpturen werden auch Öl- und Gouache-Bilder, Holzschnitte und Kaltnadelradierungen in der Wismarschen Straße gezeigt. Je nach Kunstform präsentiert Laux das Licht, die Landschaft oder Tänzerinnen. Doch auch wenn die Exponate auf den ersten Blick unterschiedliche Themen behandeln, so haben sie eines gemein: Sie alle haben etwas mit Hiddensee zu tun. „Ute Laux wohnt zwar in Schwerin, ist aber jeden Sommer in ihrem Atelier auf der Insel“, erzählt Harald Berger.

Die Ausstellung erstreckt sich über zwei Etagen. Auf dem Weg in den Keller ist Vogelgezwitscher zu hören. „Das ist eine Tonband-Installation von Hiddensee“, sagt Berger. Es ist auch das Quaken von Fröschen und das Rauschen der Wellen zu hören. Passend zu den blauen Gemälden von Laux. „Sie arbeitet mit verschiedenen Blau-Nuancen und spielt damit auf das Wasser und den Himmel an. Zum Teil kann man die Verläufe kaum noch erkennen.“

Dem Wasser widmet die Künstlerin in einem anderen Teil der Ausstellung auch nochmal besonders viel Aufmerksamkeit. Der Raum ist mit Alu-Folie ausgelegt. Ein paar alte, durchgelaufene Schuhe auf dem Boden geben die Schritte vor. Und dennoch ist da diese Hemmung, den Raum zu betreten. „Das ist auch Sinn der Sache“, erklärt Berger. Der Besucher soll erstmal stutzig werden. „Aber natürlich darf man auf die Folie treten.“ Das sei eine Rettungsfolie, wie sie bei der Feuerwehr verwendet wird, um Menschen zu wärmen. In dem Raum verarbeite Laux ihre Erfahrungen mit der „Sea-Watch“. Vor vier Jahren begleitete die Künstlerin die Initiative zur Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer. Ihre Eindrücke schildert sie in diesem Raum in Form von Skizzen, Gemälden und gebrauchten Gegenständen wie Löffel, leere Flaschen und Teller. „Eben Dinge, die bei der Hektik einer Flucht so liegen bleiben“, erklärt Berger.

Auf diesem Teil der Ausstellung liege aber nicht der Schwerpunkt. Hauptmotiv bei Laux ist die Bewegung. Deren Intensität und Schönheit will sie festhalten. Zum anderen möchte die Künstlerin die Stärke der Natur in Farben widerspiegeln.

Bereits zum dritten Mal stellt die Gallery Berger die zeitgenössische Kunst von Ute Laux aus. „Sie ist in Schwerin halt mittlerweile eine bekannte Persönlichkeit“, begründet Harald Berger. So bekannt, dass die Schweriner ihr altes Porzellan und Glas bei ihr abgeben. „Die wissen nämlich, dass sie das sammelt und für ihre Kunstwerke wiederverwendet“, sagt der 58-Jährige und fängt an zu lachen.

Bis nächste Woche ist die Ausstellung noch zu sehen. „Und am 17. Oktober, also am letzten Tag der Ausstellung, kommt Ute Laux nochmal zur abschließenden Vernissage“, verrät Berger.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen