Warsow : Hereinspaziert in den Kirchturm

Nicht nur das warme Licht lädt zum Verweilen im Warsower Kirchturm ein, sondern auch zwei sanierte Aufenthaltsräume kann Pastorin Wiebke Langer zum Abschluss des Projekts „Ein Turm für alle“ präsentieren.
Nicht nur das warme Licht lädt zum Verweilen im Warsower Kirchturm ein, sondern auch zwei sanierte Aufenthaltsräume kann Pastorin Wiebke Langer zum Abschluss des Projekts „Ein Turm für alle“ präsentieren.

Sanierung abgeschlossen: Warsower investierten 600000 Euro und freuen sich nun über beheizte Gemeinschaftsräume und Zuspruch

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29. November 2017, 23:30 Uhr

Frischer Farbgeruch strömt dem Besucher in die Nase, wenn er den Eingangsbereich der Warsower Kirche betritt. Dabei sind nicht nur die frisch gestrichenen Wände und die kunstvoll gestalteten Fenster, die dank eines Künstler-Wettbewerbs (SVZ berichtete) das Gotteshaus zieren, ein Hingucker im Kirchturm, sondern es gibt auch vieles mehr zu entdecken. „Als ich während des Umbaus zwischendurch hineingeschaut habe, hatte ich manchmal meine Zweifel, ob alles rechtzeitig fertig wird“, gesteht Pastorin Wiebke Langer von der Kirchengemeinde Gammelin-Warsow. Denn rund ein Jahr Umbauzeit schlugen am Ende zu Buche. Die Investitionssumme: 600 000 Euro. Als Löwenanteil flossen 280 000 Euro Fördermittel aus dem Topf der Leader-Region Südwestmecklenburg. Aufgrund dieses EU-Zuschusses saß auch die Zeit im Sanierungs-Nacken. Doch am Ende „klappte alles“, so die Pastorin, die seit 2014 die 700 Gemeindeglieder zählende Kirchengemeinde übernommen hat.

Dabei galt es, einiges zu bewerkstelligen, um das Projekt „Ein Turm für alle“ zu realisieren. So wurden die Ziegelsteine des Fußbodens herausgenommen, um unter anderem den Unterboden zu erhöhen und eine Fußbodenheizung einzubauen. Auch machten sich die Handwerker an den Wänden zu schaffen, um eine neue Aufteilung mit Toilette, Teeküche, Abstellraum und zwei Aufenthaltsbereichen zu gestalten. „Die Wände sind mit Eichenbohlen verkleidet, unser Tischler hat ganze Arbeit geleistet. Das Ergebnis ist wirklich sehenswert“, lobt Wiebke Langer und streicht über die Holzverkleidung des hinteren Raumes, der Richtung Kirchenschiff führt. Ebenso gab es archäologische Untersuchungen. Dabei wurden Münzen gefunden, die auf die Zeit des Baus der gotischen Feldsteinkirche Ende des 13. Jahrhundert hinweisen. Und eine Besonderheit gab es ebenso zu entdecken: Ein Feldstein verbirgt sich unterhalb der Holzbohlen an der Türschwelle. „Was genau der Hintergrund des Steins dort ist, wissen wir bis jetzt noch nicht“, sagt die Pastorin.

Bei allen Umbaumaßnahmen war ein Aspekt besonders wichtig: Barrierefreiheit. So ist unter anderem auch der Toilettenraum behindertengerecht gebaut. Denn die Umbauten standen nicht nur unter dem Motto „Ein Turm für alle“, die Räume sollen es am Ende auch sein. „Es ist ein Umbau für das ganze Dorf, keiner soll Scheu haben, die Räume auch in Anspruch zu nehmen“, sagt Langer. So gibt es bereits einen Gemeinschafts-Termin für einen Filmabend am 5. Januar. Und am dritten Advent, 17. Dezember, gibt es ab 14 Uhr einen Adventsmarkt. Dann können sich Besucher selbst einen Eindruck vom „Turm für alle“ machen.

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