Banzkow : Herbststimmung in der Lewitz

Im Licht der untergehenden Sonne gibt es vom Bug der „Albert“ aus einen grandiosen Blick auf die Stör-Uferkanten und die Weite der Lewitz.  Fotos: Katja Müller
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Im Licht der untergehenden Sonne gibt es vom Bug der „Albert“ aus einen grandiosen Blick auf die Stör-Uferkanten und die Weite der Lewitz. Fotos: Katja Müller

Landesgruppe des Foxterrier-Verbands lauscht von der Stör aus Hirschen und entdeckt die schönen Seiten der Region

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27. September 2017, 16:00 Uhr

Einen Jagdschein haben nur wenige von ihnen, einen Foxterrier alle. Die Rede ist von den zwölf Fahrgästen der „Albert“ an diesem lauen September-Abend. Ihre Hunde haben die Mitglieder der Landesgruppe MV des Foxterrier-Verbandes aber zu Hause gelassen. Die würden vielleicht stören. Denn mit dem Lewitz-Kieker geht es die Stör hinab in Richtung Matzlow-Garwitz.

Vier Stunden Fahrt liegen vor den Hunde-Freunden. Im Gepäck haben sie nicht nur reichlich Proviant, sondern auch Erwartungen. „Ich habe noch nie einen Hirsch in der Brunft gehört. Das ist bestimmt sehr toll“, sagt Sybille Thomas. Die Frau aus Wismar ist zwar gelegentlich zum Erfahrungsaustausch mit anderen Mitgliedern in der Lewitz-Region auf Tour. Aber mit dem Boot auf der Stör unterwegs, das war sie bislang nicht. „Umso dankbarer sind wir Alfred und Angelika Beckmann, die die Idee für diesen Ausflug hatten“, sagt Sybille Thomas. Die beiden Banzkower hatten den Vorschlag gemacht, sich die Hirschbrunft anzuhören. Viele der Mitglieder waren sofort Feuer und Flamme. Einige von ihnen sind „Wiederholungstäter“ – haben die Tour bereits mitgemacht. „Auch ohne die Hirsche ist die Fahrt sehr schön“, versichern Beckmanns.

Als die meisten Neuigkeiten über die Foxterrier ausgetauscht sind, lauschen die Gäste Kapitän Horst Brügmann. Gemeinsam mit Bootsmann Wilfried Kunz schippert er die Damen und Herren an diesem Abend bis zum Elde-Dreieck und zurück. Brügmann erklärt die Besonderheiten der Lewitz von der Wasserseite aus, verweist auf die Fischteiche und auch die besondere Vielfalt der Vogelwelt. „Da vor uns ist ein Eisvogel zu sehen, und etwas weiter hinten ziehen Graureiher“, wirft er ein. Staunende Blicke der Bootsgäste.

Den Biber bekommen sie an diesem Abend zwar nicht zu Gesicht, sehen aber seine Werke: Burgen und abgenagte Bäume. Nach der Stärkung an Bord auf Höhe der stillgelegten Karpfenteiche tuckert die „Albert“ zurück.

Mit der untergehenden Sonne wird es lauter im Wald. Die ersten Hirschrufe sind zu hören. Mehrfach stoppt der Kapitän den Motor, lässt den Lewitz-Kieker übers Wasser gleiten. Im Wald gibt ein besonders alter „Heinrich“ alles, um den Hirschkühen zu imponieren und den Konkurrenten unmissverständlich mitzuteilen, dass er der Platzhirsch ist. Es wird geröhrt, georgelt, getrenzt und geknört. Aber nicht nur ein Hirsch ist zu vernehmen, es ist ein Konzert von mehreren. „Das ist wirklich sehr imposant und wunderschön“, sagt Sybille Thomas. Auch die anderen Vereinsmitglieder sind verblüfft von diesem Naturschauspiel. Denn nicht nur an der Wulfshorst, sondern auch an den Hirschtannen sowie hinter der Gaartzer Brücke sind die Hirsche gut zu hören.

Selbst für den Kapitän ist es immer wieder ein Erlebnis. Noch ein paar Mal wird er in diesen Tagen für die Hirschbrunft-Tour ablegen. „Dann kommen die Tüffelwochen, und im Anschluss geht es zur Vogelbeobachtung in die Lewitz. Wenn die Fischteiche abgelassen werden, ist das Buffet für die Vögel eröffnet, und es gibt reichlich zu bestaunen“, kündigt Brügmann die nächsten Boots-Touren des Angel- und Naturfreunde-Vereins an.

Nach vier Stunden auf der Stör ist der Hafen Banzkow erreicht. „Jetzt gibt es noch eine Hunde-Runde“, sagt Irina Berg. Die anderen stimmen lachend mit ein, mutmaßen, was sie zu Hause erwartet. Im besten Fall ein mit dem Schwanz wedelnder Foxterrier.

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