Volkssolidarität : Helfende Hand in schwerer Zeit

Im Gadebuscher „Kreml“ wird der Festakt des Kreisverbandes Schwerin/Nordwestmecklenburg begangen.
Im Gadebuscher „Kreml“ wird der Festakt des Kreisverbandes Schwerin/Nordwestmecklenburg begangen.

Protokoll im Stadtarchiv: Schweriner Volkssolidarität wurde vor 69 Jahren gegründet – Festakt am 17. September in Gadebusch

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27. August 2015, 16:00 Uhr

Sie trafen sich im Helenensaal im damaligen Haus der Stadtverwaltung: Abordnungen der SED, der CDU, der LDP, der Handwerkskammer, des Gesundheitsamtes, Vertreter der katholischen Kirche und der Freien Deutschen Jugend. Es war der 5. August 1946, an dem in Schwerin der Stadtausschuss der Volkssolidarität gegründet wurde.

Der Stadtausschuss werde sich in erster Linie der Heimkehrer, aber auch der anderen Not leidenden Bevölkerungsschichten annehmen, heißt es im Gründungsprotokoll – und darüber hinaus unterstützend an den Stellen eingreifen, „wo der Aufbau unserer Wirtschaft eine helfende Hand benötigt“. Harald Burmeister, Vorstandsvorsitzender des heutigen Kreisverbandes Schwerin/Nordwestmecklenburg der Volkssolidarität, hat das Protokoll im Stadtarchiv gefunden. Kurz nach dem Krieg hätten sich in Ostdeutschland viele Menschen zusammengefunden, um anderen zu helfen. 1945, vor 70 Jahren, sei in Dresden die Volkssolidarität gegründet worden. „Es galt, die Kräfte zu bündeln“, so Burmeister.

In der Satzung vom März 1949 wurden die Aufgaben der Volkssolidarität in Mecklenburg konkret festgelegt: Unterbringung von unterversorgten Kindern in Dauerpflegestellen, Verschickung von bedürftigen Kindern zur Erholung, Einrichtung von Kinderdörfern, Reparaturwerkstätten für Kleidung und Schuhwerk, Ledigenheimen, Kindergärten, Bahnhofsdiensten und Altersheimen, Durchführung der freiwilligen Hauswirtschaftspflege und Nachbarschaftshilfe.

Mit der Gründung der DDR seien fast alle Sozial- und Wirtschaftseinrichtungen in staatliche Regie übergegangen, schildert Burmeister. Die Volkssolidarität habe sich in der Folgezeit vor allem auf die Betreuung älterer Bürger konzentriert. So heiße es etwa in einem Bericht über die Kreisdelegiertenkonferenz in Schwerin im April 1982, dass sich 1236 Volkshelfer um das Wohl der Rentner und der Veteranen der Arbeit kümmerten und 153 Hauswirtschaftspflegerinnen 350 hilfsbedürftige Bürger betreuten.

Nach der Wende musste sich auch die Volkssolidarität organisatorisch neu aufstellen. 1991 wurde der Schweriner Kreisverband der Volkssolidarität als Verein gegründet. 2006 taten sich die Landeshauptstädter mit dem Verband Gadebusch/Grevesmühlen zum Kreisverband Schwerin/Nordwestmecklenburg zusammen. „Besonders stolz sind wir auf das Angebot als Dienstleister, so verfügen wir in Schwerin, Gadebusch, Grevesmühlen, Schönberg und Rehna über Begegnungsstätten“, erklärt Burmeister. Außerdem gäbe es Sozialstationen und Betreutes Wohnen in Schwerin, Gadebusch und Schönberg, ein Pflegeheim in Gadebusch sowie eine Kurzzeitpflege und eine Kita in Schwerin.

Das 70-jährige Jubiläum der Volkssolidarität feiert der Kreisverband am 17. September um 14 Uhr mit einer Veranstaltung im „Kreml“ in Gadebusch.

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