Alt Meteln : „Helene gehört jetzt zu uns“

Helene hat es gut:  Eine großen Weide und Gesellschaft von anderen Mutterkühen sowie einem stattlichen Bullen.
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Helene hat es gut: Eine großen Weide und Gesellschaft von anderen Mutterkühen sowie einem stattlichen Bullen.

Hans Rotermann rettet Mutterkuh vom Schweriner Familienmuseum vor Schlachter – Viel Platz und stattlicher Bulle sorgen für neues Glück

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25. Juni 2016, 09:00 Uhr

Ein bisschen traurig sei sie schon, sagt Ilse Stender. Vor wenigen Tagen hat sie ihre Helene abgeben müssen. „Es ging nicht mehr, die Arbeit war einfach nicht mehr zu schaffen, denn Kuh und Kälbchen sind eben nicht nur mit Streicheleinheiten zufrieden“, weiß die Schwerinerin. Vier Jahre war Helene im Familienmuseum „Dat oll’ Hus“ in Krebsförden zu Hause. Doch dann kam der Tag, an dem das nicht mehr funktionierte. Der Schlachter drohte. „Denn wer kauft von heute auf morgen eine Kuh und ein Bullenkalb“, fragt Ilse Stender. Eine Antwort bekam sie von einem Freund der Familie: Hans Rotermann. Der Alt Metelner Landwirt sagte sofort Ja – zu Helene und auch Bullenkalb Heinrich. Ilse Stender fiel der besagte Stein gleich mehrmals vom Herzen. „Seit ich denken kann, hatte unsere Familie Kühe. Und wenn nun unsere Helene einen schönen Lebensabend bekommt, macht das auch mich wieder glücklich“, versichert die Seniorin.

Die rotbunte Holstein-Friesian gehört nun zur Mutterkuhherde der Agrar GmbH Roggendorf, die von Rotermanns Sohn Hansjörg geführt wird. Ihr neues „Zuhause“ hat sie jedoch auf einer großen grünen Weide in Breesen gefunden. Gemeinsam mit 60 weiteren Mutterkühen und deren Kälbern. Und noch etwas hat Helene jetzt an ihrer Seite – einen stattlichen Limousin-Bullen. „Wir nennen ihn Egon – das passt gut zu ihm und seinem weizenfarbigen Fell“, erklärt einer der Angestellten. Hans Rotermann ist sehr zufrieden mit seinem Kauf. „Helene gehört jetzt zu uns, wird hier gut versorgt, hat Anschluss und wird sicher auch noch weitere Kälber bekommen“, sagt der Alt Metelner. Es ist das erste Mal, dass er auf diesem Weg den Bestand der Herde erweitert. „Aber bei so einer schönen Kuh wäre es wirklich schade, wenn sie so jung zum Schlachter kommt“, sagt der 80-Jährige. Auch wenn Rotermann nicht mehr regelmäßig beim Betrieb vorbeischaut, werde er sich gelegentlich nach Helene erkundigen. Für Ilse Stender ist das Kapitel nun allerdings abgeschlossen: „Hans Rotermann ist ein gewissenhafter Mensch, ich habe sie guten Gewissens an ihn verkauft und bin froh, dass es ihr gut geht.“ So habe Helene noch ein paar schöne Jahre, schiebt Ilse Stender hinterher. Und dass Bullenkalb Heinrich bald in die Mast geht, sei auch in Ordnung.

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