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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 19:55 Uhr

Pinnows Wärmeversorgung : Heizwerk auf dem Prüfstand

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schlechte Leitungen im Wohngebiet Süd zwingen Gemeinde Pinnow zum Handeln / Bürgerversammlung wird vorbereitet

von
erstellt am 21.Mär.2017 | 16:00 Uhr

Für die Wärmeversorgung von 220 Häusern in Pinnow muss eine praktikable und bezahlbare Lösung gefunden werden – wieder einmal. Die Bewohner in den Wohngebieten Pinnow-Süd und An der Bietnitz bekommen ihre Wärme zentral aus dem Heizwerk Pinnow, das gemeinsam mit den beiden Arealen Anfang der 1990er-Jahre entstand. Vor allem die Wärmeverluste im Leitungsnetz in Pinnow-Süd machen Sorgen, zwingen die Gemeinde zum Handeln. „Noch steht aber nicht fest, was wir machen“, betont Bürgermeister Andreas Zapf. Derzeit läuft die Suche nach der besten Variante. Und da reicht die Palette von der Komplettsanierung des Heizwerks inklusive Leitungen bis hin zum Verzicht auf die zentrale Wärmeversorgung.

Die ist allerdings in den beiden Wohngebieten bislang vorgeschrieben. Denn beim Bau-Boom Anfang der 1990er-Jahre wollte die Gemeinde Pinnow ökologisch ausgerichtete Bauareale schaffen, die in diesen konkreten Fällen zudem im Trinkwasserschutzgebiet liegen. Nur wurden die Pläne damals nicht konsequent umgesetzt. Ökologisch betrieben wird das Heizwerk erst seit 2008, nachdem die Gemeinde es übernahm und auf Holzpellets umstellte. Und ob die Leitungen in den 1990er-Jahren sorgfältig genug gebaut wurden, darf zumindest in Pinnow-Süd bezweifelt werden. „Fakt ist: Das Ganze entspricht nicht mehr dem Stand der Technik“, fügt Andreas Zapf hinzu. Das soll jetzt erfolgen.

Die Arbeiten am Konzept blieben nicht unbemerkt, am Rande der jüngten Sitzung der Gemeindevertretung wurde heftig darüber diskutiert. „Noch können wir aber nichts Konkretes vorlegen“, betont Eberhard Möbius, der Vorsitzende des Bauausschusses. Das soll auf einer Einwohnerversammlung Ende April oder Anfang Mai passieren, dort werde auch gemeinsam mit den Betroffenen nach der besten Lösung gesucht. „Wir gehen da vollkommen offen ran“, unterstreicht Zapf. Falls die zentrale Wärmeversorgung für die Wohngebiete keine Zukunft bekommt, muss die Gemeinde das Baurecht ändern, die entsprechende Satzung aufheben. „Seine Wunschheizung wird dann aber nicht jeder Einzelne einfach einbauen können“, fügt er hinzu. Denn auch die inzwischen veränderten Umweltauflagen und Emissionsschutzrichtlinien sind zu beachten. Zapf geht davon aus, dass ein grundlegende Erneuerung des Heizwerks und des Leitungsnetzes nur funktionieren kann, wenn alle angeschlossen Haushalte an der gemeinsamen Wärmeversorgung dran bleiben.

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