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Wonneproppen in der Schweriner Klinik : Heißer Juli brachte Baby-Boom

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Sie sind so süß und das gleich 116-mal. So viele Babys haben im heißesten Juli seit Jahren in den Helios-Kliniken ihren ersten Schrei getan - darunter viele Frühchen. Ein Jahr zuvor waren es 97 Wonneproppen.

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erstellt am 02.Aug.2013 | 06:29 Uhr

Schwerin | Sie sind so süß und das gleich 116-mal. So viele Babys haben im heißesten Juli seit Jahren in den Helios-Kliniken ihren ersten Schrei getan - darunter verhältnismäßig viele Frühchen. Ein Jahr zuvor waren es noch 97 Wonneproppen. Ist die Hitze wirklich Schuld an dem Baby-Boom? "Sie ist ein Auslöser", sagt Dr. Stephan Henschen, Chefarzt der Frauenheilkunde. Hinzu würden wohlmöglich politische oder gesellschaftliche Auslöser kommen, die vor neun Monaten zu vermehrtem Kinderwunsch geführt hätten - "und die gute Betreuung in den Helios-Kliniken".

Doch vor allem die sommerlichen Temperaturen seien Stressfaktoren, auf die Hochschwangere empfindlich reagieren würden. Dazu komme die hohe Luftfeuchte. "Schwangerenfruchtwassertemperatur" nennt Dörte Sigmer, Leitende Hebamme, das Wetter. "Heute erreichen die Außentemperaturen ja fast Körpertemperatur." Bei Schwangeren, die das stresst, könne das schon einmal vorzeitige Wehen auslösen. In vielen Fällen entspanne ein warmes Bad, das würde beruhigen und die Wehen würden aufhören. "Schwangere sollten sich ein schattiges Plätzchen suchen und viel ausruhen", rät der Chefarzt.

Schon im Juni hatten die 16 Hebammen der Helios-Kliniken 103 Babys auf die Welt geholfen. "Im Februar waren es nur 70", sagt Henschen zum Vergleich. Aber auch wenn das so weiterginge, die Helios-Kliniken würden noch lange nicht an ihre Kapazitätsgrenze stoßen. Zwei Hebammen kümmern sich zeitgleich um die werdenden Mütter. Die vier Kreißsäle in den Helios-Kliniken würden ausreichen. Im September werden sie modernisiert. "Wir haben schon einmal sechs werdende Mütter gleichzeitig betreut und dabei etwas improvisiert", so der Chafarzt. Dann müssen mehr Hebammen ran, denn "bei uns betreut eine Geburtshelferin maximal zwei werdende Mütter". Auf die Rundumbetreuung der Eltern wird auf der Mutter-Kind-Station sehr großen Wert gelegt. Mit Erfolg: "Selbst die Mütter mit Kaiserschnitt verlassen die Klinik im Schnitt nach drei Tagen", so Henschen. Noch vor wenigen Jahren seien Mütter erst nach rund fünf Tagen nach Hause entlassen worden. Schon am zweiten Tag nach der Geburt könne man es den Müttern nicht mehr ansehen, ob sie ihr Kind auf natürlichem Wege oder per Kaiserschnitt bekommen hätten, so der Chefarzt weiter. "Wir holen in Schwerin rund 30 Prozent der Babys per Kaiserschnitt und liegen unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von 33 Prozent." Vor Jahren seien in den Helios-Kliniken rund 40 Prozent der Babys per Kaiserschnitt gekommen.

Doch egal wie ein Baby das Licht der Welt erblickt, auch den Neugeborenen macht die Hitze zu schaffen. "Mütter sollten ihre Kinder genauso anziehen, wie sich selbst", rät die Leitende Hebamme. Oft reiche auch nur eine Windel. Würden Babys sich überhitzen, könne das in seltenen Fällen ein Auslöser für den Kindstod sein. Auch in den Helios-Kliniken leiden die Neugeborenen unter den hohen Temperaturen. "Die Kleinen sind jaulig", sagt Dörte Sigmer.

Unterdessen hält der Baby-Boom weiter an. "Allein am 1. August hatten wir fünf Babys, die auf die Welt wollten", berichtet Henschen.

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