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12. Dezember 2017 | 17:14 Uhr

Heißer Baustart an B 106 in Zickhusen

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erstellt am 07.Aug.2013 | 10:10 Uhr

Zickhusen | Über Bagger und Kieslaster, die direkt vor der Haustür arbeiten, freuen sich die Anwohner in der Regel nicht. In Zickhusen ist das anders. 500 Meter lang ist die B 106 im Dorf, diese Ortsdurchfahrt wird bis Ende 2014 um- und ausgebaut. "Es wird auch Zeit, dass sie endlich anfangen", sagt Hans-Joachim Braun. Er wohnt in einem Fachwerkhaus. Nur der Gehweg trennt das Gebäude von der viel befahrenen Ortsdurchfahrt. Dort rollen Zweiräder, Autos und auch immer noch Laster auf nur einer Fahrbahn vorbei. Seit Wochenbeginn wird im Dorf daran gearbeitet, die Bundesstraße neu zu trassieren. "Die Straße rückt jetzt ein bisschen weg von unseren Häusern", freut sich Braun. "Noch wichtiger ist aber, dass die Fahrbahn nicht mehr so hoch liegt und das Regenwasser nicht länger auf unsere Grundstücke fließt." Die Vorarbeiten dafür sind bereits erledigt. Denn Baustart am Projekt "B 106 - Zickhusen" war vor gut einem Monat außerhalb des Dorfes - mit dem Bau des neuen Regenwassersystems. Davon haben die Zickhusener und die Kraftfahrer auf der B 106 zwischen Schwerin und Wismar nichts mitbekommen. Doch jetzt wird neben der maroden Fahrbahn eine Behelfsstraße errichtet, die anschließend den Verkehr aufnehmen muss und zugleich den Bauleuten ermöglicht, die neue B 106 zu errichten. Durch Zickhusen geht es deshalb nur noch im Schritttempo und das auf einer Fahrspur. Bau stellenampeln regeln den Verkehr. Mindestens vier Minuten Wartezeit am Rotlicht müssen Kraftfahrer einplanen - wenn alle Fahrzeuge in einem Takt durchrollen. "Bislang klappt das ganz gut", erzählt Anwohnerin Petra Hagemann. Größere Staus habe es nicht gegeben. Dafür rollt ständig eine Autokolonne durch den Ort - mal nach Norden, mal nach Süden. "Die Verkehrssituation ist schon belastend", ergänzt die Zickhusenerin. "Aber da wir eine vernünftige Straße im Dorf haben wollen, müssen wir das erdulden." Heinz Pydd wundert sich hingegen über die vielen Laster, die hier durchrollen. Denn für die Bauzeit bis Ende nächsten Jahres ist Zickhusen für Lkw eigentlich tabu. Die sollen über die B 208, Mühlen Eichsen und Dalberg ausweichen. Anscheinend hat sich diese Sperrung unter den Brummi-Piloten noch nicht herumgesprochen, die aufgestellten Umleitungsschilder werden wohl übersehen. "Im Grunde genommen wäre es schön, wenn hier generell viel weniger Lkw fahren würden", sagt Heinz Pydd. Die Laster hätten die alte Straße kaputtgefahren. Und auch die neue werde wohl nicht lange heil bleiben, wenn der Schwerverkehr wieder massenhaft durch Zickhusen rollt. Die Anwohner wünschen sich, dass die Brummis auf die A 14, die parallel zur Bundesstraße auf der anderen Seite des Schweriner Sees verläuft, ausweichen. Doch da die Maut fällig wird, bleibt der Schwerlastverkehr den Menschen an der B 106 erhalten... Für Zickhusens Bürgermeister Hansjörg Rotermann ist indes wichtig, dass Land und Straßenbauamt Wort gehalten haben und der Ausbau der B 106 nach jahrelangem Kampf der Gemeinde und der Anwohner endlich in Angriff genommen wird. 1,4 Millionen Euro soll das Projekt kosten. Dazu gehören auch die Erneuerung der Trinkwasserleitung und der Bau eines kombinierten Geh- und Radweges. Fertig sein soll das alles im Herbst 2014. Schon bald beginnt aber ein zweites Bauprojekt, das den Zickhusenern ebenso wichtig ist: der Radweg parallel zur B 106 nach Lübstorf. "Wir hatten Ende voriger Woche die Bauanlaufberatung", berichtet Rotermann.

Bis sich die Verkehrssituation in und um Zickhusen durch die beiden Vorhaben nachhaltig verbessert hat, ist Geduld gefragt, betont Rotermann. "Auch die Anwohner müssen darauf achten, dass es derzeit nur eine Fahrspur auf der B 106 gibt", mahnt der Bürgermeister. Um bei Gegenverkehr auszuweichen, ist kein Platz da. Das gilt übrigens auch nachts, die Ampeln sind rund um die Uhr in Betrieb. Doch da nicht auf der vollen Länge der Ortsdurchfahrt gebaut wird, ist die Anbindung der Dorfstraße derzeit noch frei. Ins Dorfzentrum von Zickhusen, nach Dris peth und auch zum Torfwerk kann der Verkehr rollen, ohne die Baustelle passieren zu müssen. Dafür ist der Weg ins Nachbardorf Gallentin lang geworden: Die direkte Verbindung ist voll gesperrt, die Umleitung führt über die Kreuzung Bad Kleinen.

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