Weihnachtswerkstatt : Heinzelmännchen werkeln am Dümmer See

In der Schneiderei bekommen die Heinzelmännchen Mütze und Umhang. Fotos: Hans Taken (4)
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In der Schneiderei bekommen die Heinzelmännchen Mütze und Umhang. Fotos: Hans Taken (4)

Rund 600 Kinder basteln bis zu den Ferien in der Weihnachtswerkstatt des Jugendwaldheimes

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24. November 2014, 23:47 Uhr

„Wie war zu Köln es doch vordem, mit Heinzelmännchen so bequem. Denn, war man faul, man legte sich – hin auf die Bank und pflegte sich.“

So fängt sie an, die Geschichte der Heinzelmännchen zu Köln, die nachts die Arbeit der Menschen erledigten. Jetzt trennen die Domstadt im Rheinland und Dümmer in Mecklenburg viele hundert Kilometer, aber damit es auch immer viele fleißige Heinzelmännchen gibt, werden in der Weihnachtswerkstatt des Jugendwaldheimes gerade viele von ihnen hergestellt. Und zwar von ebenso 50 emsigen Jungen und Mädchen, die beim ersten Projekttag mitgemacht haben.

Am Anfang war der Holz-Korpus. Josi und die anderen Zweit- und Drittklässler aus Gresse haben jeweils einen bekommen, als sie am Forsthof angekommen sind. Der alte Forsthof, mit seinen verwinkelten Räumen ist der ideale Ort zum Basteln. Und zu werkeln gibt es genug, denn an ganz vielen Stationen nimmt Josis Heinzelmännchen immer mehr Gestalt an. Schilder an den Türen weisen dem Nachwuchs den Weg. Die Zimmerei ist am Eingang. Hier gibt es ein Holzquadrat, das dem Männchen über die Schulter gelegt wird. Und es gibt eine Frage zum Handwerk. Welches Werkzeug passt hier nicht hin? Klar, das weiß die achtjährige Josi. Der Pinsel hat hier nichts zu suchen. Etwas weiter ist die Metzgerei, wo sich Louis, Vincent und Isi kleine Papierwürstchen ausschneiden. In der Schneiderei werden aus Stoff die Mützen und Umhänge genäht, in der Weinküferei gibt es ein Etikett.

„Wie mache ich das hier?“, fragt ein Junge und zeigt Petra Kindt sein Stempelheft. Für jede besuchte Werkstatt gibt es einen Stempel, erklärt die Leiterin des Jugendwaldheimes. „Aber zuerst muss auch die jeweilige Frage beantwortet werden“, fügt sie hinzu. Gemeinsam mit den Forstwirten Jürgen Zahn und Werner Piotrowski betreut Petra Kindt die jungen Gäste. „Diese Weihnachtsaktion machen wir bestimmt schon seit 15 Jahren“, sagt sie. Insgesamt 600 Kinder werden in diesem Jahr bis zu den Weihnachtsferien nach Dümmer kommen, um dort kurzweilige Stunden zu verleben. Es gibt eine Leseecke und einen Kinoraum, in dem ein alter Puppenspielfilm flimmert.

Leni hat auch gebastelt, und ihr Heinzelmann, den sie bald verschenken möchte, ist fertig. Adrett sieht er aus, und er hat das Holzlebkuchen umgeschnürt. Der wird in der Bäckerei hergestellt, wo auch frisch gebackener Kuchen steht. „Wer hat den gemacht?“, fragt ein Knirps. Seine Klassenkameraden wissen es nicht. Hatten da wohl die Heinzelmännchen ihre Hände im Spiel?

„Oh weh, nun sind sie alle fort und keines ist mehr hier am Ort. Man kann nicht mehr wie sonst sich ruhn, man muss nun alles selber tun!“

So nimmt die Kölner Heinzelmännchen-Sage ihr Ende. Also können die Domstädter Heinzelmännchen nicht gebacken haben. Sie haben ihre Arbeit eingestellt, nachdem ihnen die neugierige Schneidersfrau eine Falle gestellt hat. Aber in Dümmer, da gibt es sie ja jetzt auch, die emsigen, kleinen Helfer.



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