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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. November 2017 | 04:27 Uhr

Naturerlebnis in der Lewitz : Heinrich, wo röhrst du?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Zauber der Hirschbrunft lässt sich in diesen Tagen vom Wasser aus erleben

von
erstellt am 27.Sep.2016 | 12:00 Uhr

Dichte grüne Wälder, versteckte Lichtungen, kleine Wiesen – so zeigt sich die Lewitz zwischen Banzkow und dem Elde-Dreieck. Lediglich die Störwasserstraße wirkt künstlich: Schnurgerade erstreckt sich der kanalisierte Fluss. Er ist das Zuhause von Fischen, Schwänen und reichlich anderem Getier – und das Revier von Horst Brügmann. Mit dem Lewitz-Kieker „Albert“ schippert er in diesen Tagen oft auf dem Fluss entlang. In seinem Revier wird es jetzt laut – besonders in den Abendstunden. Familie Hirsch ist in Paarungslaune. Und das nicht still und leise, sondern mit ordentlich Geröhre. Wenn Hirsche Hochzeit feiern, wird aus dem König plötzlich ein Macho. In den Abendstunden, wenn die Sonnenstrahlen das Laub in den Baumkronen vergolden, legt der Lewitz-Kieker in Banzkow ab. Erst geht es in die Schleuse, dann mit einem leisen Tuckern auf der Wasserstraße Richtung Südosten.

Als die ersten Fischteiche in Sichtweite sind, stoppt Brügmann die Motoren. Der Mond zeigt sich am Himmel, die Sonne hat sich fast verabschiedet. Der Kapitän reckt den Kopf über Bord. Nur Enten am Himmel und Frösche im Schilf sind zu hören. Doch dann dringt der erste Hirschlaut bis zu den Gästen des Lewitz-Kiekers durch. Zumindest ein Teil vernimmt das lautstarke Brunftverhalten unweit des Bootes. Die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft Röcknitztal, die das Ausflugsboot an diesem Abend gechartert haben, sind noch mit dem Abendbrot beschäftigt. Denn Verpflegung ist Teil des Angebots. Die Gruppe aus der Nähe von Kummer hat sich zum größten Teil selbst versorgt. Unter anderem mit Wildwürstchen. Was sonst?

Die erwartete Fachsimpelei unter den Waldbesitzern bleibt aus. Niemand spricht von Kolbenbildung, Spießen oder Stangen. Es geht mehr um den schönen Ausblick ins Grün der Waldlewitz als um gute und schlechte Kronen. Dennoch eint die zehn Gäste an Bord des Lewitz-Kiekers eines an diesem lauen Sommerabend: der animalische Ruf des Rotwilds. Genauer gesagt der der Hirsche. Den wollen sie hören. Genau das verspricht Brügmann bei seinen Hirschbrunft-Touren, die er mit dem Lewitz-Kieker noch in den nächsten Tagen und Wochen anbietet.

Nachdem das Abendbrot verspeist und die Lauscher der kompletten Bootsbesatzung auf Empfang gedreht sind, ist der König der Wälder auch gut für alle zu hören. Gleich mehrere Hirsche setzen an, röhren – schaurig schön, laut und auch ein bisschen bedrohlich.

Es bleibt beim Hörgenuss. Die Wälder entlang der Stör sind dicht, der Uferbereich schmal. „Gesehen haben wir hier noch keinen. Aber sie zu hören ist immer wieder wunderschön“, sagt Kapitän Brügmann und steuert seinen „Albert“ wieder in Richtung Banzkow. Auf halber Strecke zwischen Fischteichen und der Schleuse macht er noch einmal Halt. Wieder sind die Hirsche zu hören. Die Gruppe der Forstbetriebsgemeinschaft hat es sich derweil gemütlich gemacht, bei Kerzenschein und kleinen erheiternden Getränken, alle lauschen andächtig. Nach vier Stunden geht es von Bord. „Beseelt und glücklich“, versichern die Bootsgäste.

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