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Winterruhe in den Schweriner Wäldern : Heinrich muss nicht gefüttert werden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nur manchmal muss der Förster eingreifen

von
erstellt am 13.Jan.2017 | 08:00 Uhr

Wald und Flur sind derzeit mit einer Schneeschicht bedeckt. Das ist allerdings kein Grund, so Friedrichmoors Forstamtsleiter Christian Lange, sich Sorgen um den Wildbestand zu machen. Denn von einem „richtige strengen Winter“ könne nicht die Rede sein. Außerdem habe es noch nie Sinn gemacht, die Tiere im Wald zu füttern, ist er überzeugt. Laut Bundesjagdgesetz beinhaltet der Jagdschutz zwar den Schutz des Wildes vor Futternot. Die Länder haben ausnahmslos die Fütterung des Wildes in Notzeiten zur Pflicht gemacht. Doch von diesen Notzeiten könne, so der Forstamtsleiter, nicht die Rede sein. Es besteht derzeit und bestand in den vergangenen Jahren kein Grund zur Sorge. Ganz im Gegenteil: Ein starker Winter wirke sich auf eine Population als wichtiger Auslese-Faktor aus.

Wirklich Sorgen macht sich der Forstamtsleiter um den Waldboden. Denn in den Wintermonaten werde der Holzeinschlag gemacht. „Ein gefrorener Boden trägt die Maschinen besser. Wir wollen den Waldboden nicht schädigen“, sagt Lange.

Doch ein Teil der Bäume in der Lewitz schafft es erst gar nicht bis zum Einschlag, kippt vorher um. „Der Boden ist mit Wasser gesättigt. Gerade für Nadelbäume ist das besonders gefährlich“, erklärt der Forstamtsleiter und verweist auf Stürme, die in ihrer Kraft extrem nach oben ausreißen. „Bei den Nadelbäumen wie der Fichte kommt hinzu, dass sie nicht so tief verwurzelt sind, sie gehören zu den Flachwurzlern und halten starken Windböen schlechter stand. Gleiches gelte für die Buche – den häufigsten Waldbaum in MV.

Sturmfest und erdverwachsensieht anders aus. An zahlreichen Stellen in der Lewitz kippen die Bäume um.  Foto: Katja Müller
Sturmfest und erdverwachsen sieht anders aus. An zahlreichen Stellen in der Lewitz kippen die Bäume um. Foto: Katja Müller.
 

Förster könnten etwas gegensteuern, in dem sie Einzelbäume sichern. „Ein Drittel der Baumhöhe sollte die Krone einnehmen, dann ist der Baum stabil“, sagt Christian Lange. Die Beobachtung der Baumentwicklung und das regelmäßige Durchforsten seien das „Herzstück“ der Arbeit eines Försters. Doch Bäume brauchen Zeit, um zu wachsen. So werden Kiefernbestände oft erst nach 35 Jahren das erste Mal durchforstet.

Die Wälder nun trocken zu legen, sei ebenso nicht gewollt. „Aufgrund der langen Trockenzeiten im Sommer sind wir darauf angewiesen, das Wasser so lange wie möglich im Wald zu halten“, sagt Lange. So sei es lediglich möglich, einen ausgewogenen Mischwald zubekommen. „Es ist unsere Aufgabe als Förster, auch auf armen Böden einen Wald zu schaffen, der sich selbst erhält“, sagt der Forstamtsleiter.

Ein ausbleibender Winter habe laut Lange für einige Bewohner des Waldes sogar Vorteile: „Die Schad-Insekten befürworten milde Winter. Für Mäuse haben wir seit einigen Jahren unheimlich günstige Bedingungen - und auch für die Wildschweine.“

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