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Schweriner Eltern besorgt : Heinehort: Alles auf Anfang

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Sanierung zweier Häuser in der Werderstraße würde wesentlich teurer werden, als geplant – jetzt soll neu gebaut werden

von
erstellt am 23.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Dramatische Entwicklung für den Heinehort. Die beiden für die Einrichtung vorgesehenen Gebäude an der Ecke Werder-, Amtsstraße müssen abgerissen werden. Darüber informierte das Zentrale Gebäudemanagement (ZGM) die Schulkonferenz. Die Eltern sind entsetzt.

Doch was auf den ersten Blick noch ganz solide wirkt, erwies sich bei näherem Hinsehen als marode. „Im Zuge der Sanierungsplanung hat sich herausgestellt, dass 80 Prozent der beiden Gebäude erneuert werden müssten“, sagt Berge Dörner vom ZGM. Die Holzbalkendecken, hölzerne Fensterstürze, die Dächer, ein Teil der Außenmauern – alles muss neu gemacht werden. „Das haben wir nicht gewusst“, so Dörner. „Wirtschaftlich darstellbar ist eine solche Sanierung nicht.“ Die für den Umbau zum Hort geplanten 3,3 Millionen Euro würden bei weitem nicht ausreichen. Schätzungen gehen von Zusatzkosten in Millionenhöhe aus.

Die Lösung soll nun ein Neubau an gleicher Stelle sein. „Den können wir gleich so bauen, dass er den Anforderungen, die ein Hort stellt, gerecht wird.“ Möglicherweise könnte dann auch die beengte Hofsituation noch verbessert werden. Allerdings: Abriss und Neubau werden nicht zum alten Preis zu haben sein. „Wir werden aber nur etwas teurer“, sagt Berge Dörner. Wie sich dann das Land verhält, das eine Förderung in Höhe von 2,4 Millionen Euro zugesagt hatte, bleibt abzuwarten.

„Für die Eltern der Heinrich-Heine-Schule kommt diese Entwicklung nicht überraschend. Wir haben immer wieder bereits im Rahmen der Grundsatzentscheidung über den künftigen Hortstandort auf die Unwägbarkeiten einer Altbausanierung hingewiesen und auch deshalb um die Modulbauvariante auf dem alten Polizeigelände in der Amtstraße gebeten“, sagt die Vorsitzende der Schulkonferenz, Mandy Pfeifer. Sorge besteht auch hinsichtlich des Fertigstellungstermins. Denn erst wenn der neue Hort bezogen ist, soll die dringend notwendige Innensanierung der Schule beginnen. Doch Berge Dörner beruhigt: „Unser Kampfziel ist die Fertigstellung des Hortneubaus Ende 2017. Allerdings werden wir es nicht, wie ursprünglich geplant, zum Schuljahresbeginn schaffen.“

Anfang des Jahres hatten die Stadtvertreter – nach kontroverser Diskussion – mehrheitlich die Sanierung der Altbauten beschlossen. Zum Tag des Denkmals wurden Scharen von Bürgern durch die Häuser geführt und der Umbau erklärt. Das ist jetzt alles Geschichte. Bei ihre Sitzung Mitte November werden die Stadtvertreter über den Neubau entscheiden müssen.

 

 

Kommentar:

Hat die Stadtverwaltung getrickst und getäuscht? Immer wieder hatte sie betont, dass der Umbau der beiden Häuser in der Werderstraße zum Hort die wirtschaftlichste Variante für die Stadt wäre. Eine Containerlösung wäre angeblich nicht gefördert worden. Aber : Das ehemalige Polizeigelände soll ja noch an einen Investor gehen. Da hätte ein von den Eltern gefordeter Containerhort gestört. Jetzt also doch ein Neubau. Nicht das ZGM – die Stadtspitze sollte schleunigst offen mit den Eltern darüber reden.

 

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