Naturschutz : Heidensee beherbergt seltene Tiere

Die Seerosengebiete im Westen des Sees sind geschützt. Fotos: BUND (2)
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Die Seerosengebiete im Westen des Sees sind geschützt. Fotos: BUND (2)

Gewässer verschlammt immer mehr und bietet so streng geschützten Arten wie Ringelnatter und Fischotter ein Zuhause

svz.de von
12. November 2014, 12:00 Uhr

Sie verursacht Gänsehaut und Faszination. Ihr Erkennungszeichen: gelbe Flecken am Hinterkopf. Nur ganz Geduldige bekommen die ausgezeichnete Schwimmerin im Heidensee zu sehen. Zurzeit überwintern die besonders geschützten Ringelnattern in verlassenen Tierbauten im Boden geschützt vor den niedrigen Außentemperaturen. Amphibien machen es ihnen nach: Die nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützte Erdkröte, der grüne Laubfrosch und der auf der Roten Liste stehende Moorfrosch ziehen sich an Land oder unter Wasser zurück. Aufmerksame Spaziergänger entdecken auch Spuren des europarechtlich geschützten Fischotters, die scheuen Tiere sind aber erst in der Dämmerung oder Nacht aktiv.

In der kälter werdenden Jahreszeit treffen Naturliebhaber am Heidensee vor allem auf Rastvögel wie Graureiher bei der Nahrungssuche und Daheimbleiber, die sich auf die lange Winterruhe vorbereiten. Blässhuhn, Haubentaucher, Kolbenente oder Kormorane fühlen sich hier wohl. „Der Schweriner Heidensee ist ein Kleinod in der so genannten Aubach-Kette“, sagt Janine Wilken vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Schwerin. „Mehrere Seen, Gräben, Bäche und Kanäle sind hier wie Kettenglieder miteinander verbunden und speisen schließlich den Schweriner See.“ Der Heidensee unterliege keinem Schutzstatus, diene aber zusammen mit dem Stangengraben und dem Werderkanal als wichtiges Bindeglied zwischen den Landschafts- und EU-Vogelschutzgebieten Ziegelaußensee und Schweriner Innensee. Besonders hervorzuheben seien die gesetzlich geschützten Biotope, die entlang des mehr als vier Kilometer langen Heidenseeufers dem Wassertourismus trotzen.

Immerhin ziehen sich die Bootshäuser der Marina Nord und die Neubauten Am Güstrower Tor sowie an der Käthe-Kollwitz-Straße über rund ein Drittel des Ufers entlang. Das Seeufer wird durch die Nutzung als „stark gestört“ im Landschaftsplan von Schwerin aus dem Jahr 2006 eingestuft. Hinzu kommt die hohe Verschlammung. Das Kleinod ist im Schnitt mit rund zwei Metern nicht sehr tief und besitzt eine geringe Fließgeschwindigkeit. Vor mehr als 70 Jahren waren die Schilfbestände an den Uferkanten nahezu geschlossen, heute sind sie löchrig und geschrumpft. „Als Ursachen für das Schilfsterben gelten unter anderem Wasserverschmutzungen, Uferverbau, zusätzlicher Wellenschlag durch Bootsverkehre, Fraßdruck durch Wasservögel und Bisam und Schädigung durch den Schilfrohrkäfer“, so Wilken. „Weitere Bebauung wäre dem Biotop Heidensee nicht zuträglich.“

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