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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Dezember 2017 | 17:52 Uhr

Radikaler Schnitt : Hecken sollen verjüngt werden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Landeshauptstadt will Pflegemaßnahmen besser mit Naturschutz und Landschaftsgestaltung unter einen Hut bringen

von
erstellt am 24.Feb.2015 | 16:00 Uhr

Derzeit werden in Schwerin zahlreiche Gebüsche zurückgeschnitten und Gehölzgruppen ausgeästet. Solche naturschutzfachlichen Maßnahmen zur Heckenverjüngung werden landesweit regelmäßig in den Wintermonaten durchgeführt, denn das Herunterschneiden von überalterten Hecken – im Fachjargon „auf den Stock setzen“ genannt – ist etwa alle 15 Jahre erforderlich, um Sträucher vor dem Verkahlen zu bewahren. Denn durch die Überalterung bekommen Hecken im Laufe der Jahre Lücken in den unteren Wuchszonen, durch die der Schutz für wild lebende Tiere immer mehr verloren geht.

Da dieses „auf den Stock setzen“ jedoch auf den ersten Blick immer sehr radikal scheint, gibt es immer wieder besorgte Anfragen von Anwohnern und Naturfreunden. So wurden im Dezember in Neumühle gesetzlich geschützte, aber überalterte Hecken abschnittsweise heruntergeschnitten, was zu zahlreichen Beschwerden besorgter Bürger bei der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt führte. „Diese Maßnahmen sind mit uns abgestimmt. Wenn die Hecken ihre Schutzfunktion für verschiedene Tierarten nicht einbüßen sollen, müssen wir handeln. Diese Art der Heckenpflege dient der Förderung der Artenvielfalt im Stadtgebiet und wird in den Folgejahren auch in anderen Stadtteilen zum Tragen kommen“, erklärt Dr. Hauke Behr, Abteilungsleiter für Naturschutz und Landschaftspflege in der Landeshauptstadt.

Um die Pflegemaßnahmen im Stadtgebiet weiter zu optimieren, plane die Umweltverwaltung aber, Pflegekonzepte für besonders betroffene Stadtteile in Auftrag zu geben, erläutert Dr. Behr. „Die bisher ausgeführten Pflegemaßnahmen basieren auf den Vorgaben des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie zum Schutz und zur Pflege von Feldhecken.“

In Neumühle wurden im Auftrag der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin (SDS) am Schwarzen Weg und am Leuschenberg jeweils Abschnitte von 30 bis 50 Metern heruntergeschnitten. „In den Folgejahren müssen sich diese Lücken dann erst wieder schließen, bevor weitere Abschnitte heruntergeschnitten werden dürfen. Das heißt, in weiteren benachbarten Heckenabschnitten werden frühestens in drei bis vier Jahren weitere Rückschnitte erfolgen“, versichert Dr. Behr. Diese abschnittsweise Vorgehensweise garantiere, dass benachbarte Heckenbereiche weiterhin für Brutvögel und andere Tierarten attraktiv bleiben und genutzt werden können. „Die gestutzten Gehölze werden über den Sommer intensiv wachsen und einen dichten Bestand bilden. Die Hecke wird dann bald umso schöner aussehen und wieder ganz dicht werden. Das zeigen viele Beispiele.“ Allerdings sei in einem Heckenabschnitt am Schwarzen Weg bedauerlicherweise nicht überall fachgerecht gearbeitet worden, räumte Behr ein. Dort sei aber schon nachgebessert worden. Das Häckselgut werde entfernt und der Müll entsorgt.

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