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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. Oktober 2017 | 05:16 Uhr

Sukow : Hecken-Ärger im Bodderwech

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Erst wurde Jens Doleschals Waldstück unsachgemäß beschnitten und teilweise zerstört, nun gibt es noch Forderungen vom Amt

von
erstellt am 15.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Seit 18 Jahren bewirtschaftet die Familie von Jens Doleschal die Grünflächen entlang des Bodderwechs in Sukow. Jüngst wurden entlang der Zuwegung Hecken ausgerissen und Bäume drastisch zurückgeschnitten. Doleschal erstattete Anzeige, auch die Naturschutzbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim hat Ermittlungen aufgenommen (SVZ berichtete). Knapp zwei Wochen später bekam Jens Doleschal Post vom Amt Crivitz. Die dortige Ordnungsbehörde forderte den Schweriner auf, für den Weg entlang seines Grundstücks am Sukower Bodderwech ein Lichtraumprofil anzulegen. „Ich habe hier einen Schaden, der von anderen entlang meines Grundstücks verursacht wurde. Darum muss ich mich selbst kümmern. Und nun fällt ausgerechnet jetzt, nach 18 Jahren, auf, dass der Weg zu stark zugewuchert sei. Und ich habe nur eine Frist von drei Wochen, die Bäume zurückzuschneiden“, moniert Doleschal. Er hakt bei der Behörde nach.

Auf SVZ-Nachfrage heißt es im Amt: „Bei einer Kontrolle wurde jetzt festgestellt, dass die Bäume zum Teil auf die Fahrbahn ragen und große Fahrzeuge dort beispielsweise nicht durchkommen. Deshalb gab es die Aufforderung, ein Lichtraumprofil anzulegen“, erklärte Amtsvorsteherin Heike Isbarn.

Nach einem Feuerwehreinsatz habe es eine Beschwerde gegeben. „Ich frage mich, warum hier die Feuerwehr durch den Wald muss. Es ist keine öffentliche Straße für Durchgangsverkehr“, sagt Jens Doleschal. Diese Fragen standen Montag beim Vor-Ort-Termin nicht zur Debatte. Vielmehr ging es um den vom Amt geforderten Baumschnitt. Doleschal wurde eine Frist bis zum 13. August gesetzt. Die Naturschutzbehörde intervenierte. „Wenn die öffentliche Ordnung und Sicherheit hier so stark gefährdet ist, dann sind Baumschnitte auch vor Oktober gestattet. Dann müssen sie aber nachweisen, dass keine Brutgelege mehr in den Bäumen sind“, sagte Nicole Morgenstern und wandte sich an den Vertreter des Crivitzer Ordnungsamtes. Dieser lenkte ein, und man einigte sich auf Oktober.

Bis dahin soll auch geklärt sein, wo genau der Weg verläuft. Denn am Montag war das nicht klar. So sei es durchaus möglich, dass der Zaun auf dem Nachbargrundstück zu weit am, beziehungsweise sogar auf dem Weg verläuft. Das hätte wiederum Einfluss auf die geforderten Baumschnitt-Arbeiten.

Jens Doleschal konnte sich aber mit Marco Hahn vom Ordnungsamt auf ein Mindestmaß an Rückschnitt für einen Teil des Weges einigen. „Wir kommen uns etwas entgegen, und bezüglich der Weggrenzen müssen wir noch einmal reden“, so Hahn. Er versprach zudem, das Problem mit dem Nachbarzaun an das Amt für Liegenschaften weiterzuleiten.

Eine Sorge bleibt für Jens Doleschal: die weggerissenen Hecken und abgeschnittenen Bäume. Die Naturschutzbehörde habe auf diesen Fall ein Auge: „Wir werden das jetzt ganz genau begutachten lassen und entsprechende Ersatzpflanzungen fordern“, sagte Nicole Morgenstern. Baumsachverständiger Thomas Franiel dokumentierte gestern zudem alle Schäden, denn Bäume und Sträucher seien zum Teil unsachgemäß gekappt worden, das müsse geheilt werden.

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