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24. Oktober 2017 | 04:31 Uhr

Hausmeister bleibt in U-Haft

vom

svz.de von
erstellt am 22.Okt.2012 | 04:27 Uhr

Rastow | Bei der Elternversammlung an der Regionalen Schule Rastow am Dienstagabend blieben nur wenige Plätze frei: Mehr als 250 Frauen und Männer kamen, um mit eigenen Ohren zu hören, was an den Missbrauchsvorwürfen gegen den Hausmeister der Schule und Jugendwart der Feuerwehr (SVZ berichtete) dran ist. Und auch am Tag danach gilt immer noch: Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der Polizei sind nicht abgeschlossen. Ob der 47-Jährige sich des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen schuldig gemacht hat, muss vor Gericht bewiesen werden. Doch der Verdacht habe sich erhärtet. Das bestätigte gestern auf SVZ-Anfrage der Schweriner Oberstaatsanwalt Stephan Hagemann: "Der Beschuldigte bleibt in Untersuchungshaft."

Grundlage für den Haftbefehl sind fünf Fälle sexuellen Missbrauchs eines minderjährigen Jungen. Es gibt weitere Verdachtsfälle gegen den Rastower. Nachdem eine Mutter Ende September das Ganze ans Tageslicht brachte und die Polizei einschaltete, laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Bei einer Hausdurchsuchung wurde Beweismaterial sichergestellt, dessen Auswertung läuft. In den zurückliegenden Tagen habe es zudem viele Gespräche mit Zeugen gegeben, die Befragungen seien noch nicht abgeschlossen, so Oberstaatsanwalt Hagemann. Der Beschuldigte hat über seinen Anwalt inzwischen erklären lassen, dass er sich in Kürze zu den Vorwürfen äußern wolle.

Diese Fakten wurden von vielen Ras towern bei der Elternversammlung mit Erstaunen, Betroffenheit und Fassungslosigkeit aufgenommen. Viele der Anwesenden kennen den 47-Jährigen von Kindesbeinen an, sie können sich bis heute kaum vorstellen, dass der Fami lienvater aus Rastow solche schweren Straftaten begangen haben soll.

An diesem Abend in der Schule ging es auch nicht darum, Schuld oder Unschuld des Verdächtigen zu klären. "Uns geht es um Prävention, um den bestmöglichen Schutz der Kinder vor sexuellem Missbrauch", betont Schulleiter Reinhard Labahn. Nachdem bereits unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe Gespräche in allen Klassenstufen stattfanden, wurden ganz bewusst die Eltern angesprochen und direkt einbezogen. "Ohne die Hilfe der Eltern kommen viele Kinder mit diesem Thema sicher nicht klar", ist der Schulleiter überzeugt.

Und eine Reihe von Erwachsenen selbst braucht Unterstützung und Rat, um mit dieser Problematik umgehen zu können. Auch dem wurde am Dienstagabend Rechnung getragen. Nachdem der Schulleiter die Situation in großer Runde dargelegt hatte, gab es weiterführende Gespräche. Lehrer und Schulpsychologen hatten dabei Unterstützung: Präventionsbeamte aus dem gesamten Polizeibereich Rostock waren nach Rastow gekommen, um Hilfestellung zu geben. "Wie an der Rastower Schule nach den schweren Vorwürfen und dem begründeten Verdacht mit dem Thema sexueller Missbrauch umgegangen wird, ist vorbildlich", betont Klaus Wiechmann, Sprecher der Polizei inspektion Ludwigslust.

Reinhard Labahn hofft dennoch da rauf, dass so schnell wie möglich zumindest im Unterrichtsalltag an der Ras tower Schule wieder Normalität einziehen kann. "Auch am Ende dieses Schuljahres bekommt schließlich jeder Schüler ein Zeugnis", betont der Schulleiter. Zu den Akten kann und soll das Thema sexueller Missbrauch aber nicht gelegt werden. "In der für das gesamte Schuljahr geplanten Präventionsarbeit werden wir die Schwerpunkte neu setzen", kündigt Labahn an.

Und nicht nur in der Schule stellen sich die Rastower diesem schwierigen Thema. Auch in der freiwilligen Feuerwehr wird es Gespräche geben. Schließlich ist der Beschuldigte lange Jahre als Jugendwart tätig gewesen. Konkrete Verdachtsfälle hier gibt es aber nicht. Die Feuerwehrleute waren am Dienstagabend an der Rastower Schule doppelt präsent: Die Kameraden sicherten die An- und Abfahrt beim Elternabend ab. Zudem nahmen auch sie mit großer Betroffenheit die Ausführungen zu den Geschehnissen zur Kenntnis. "Auch wir werden Präventionsbeamte der Polizei zu uns einladen, um das Thema aufarbeiten zu können", kündigt Wehrleiter Maik Mattern an.

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