Investition in Schwerin : Haus „Seeblick“ hat eine Zukunft

Sicherungsmaßnahme an der ehemaligen Frauenklinik in der Bornhövedstraße: Einsturzgefährdete Teile der Mauer um das Grundstück sind abgebaut und gesichert und werden nach der Sanierung wieder aufgebaut. Fotos: Timo Weber (2)
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Sicherungsmaßnahme an der ehemaligen Frauenklinik in der Bornhövedstraße: Einsturzgefährdete Teile der Mauer um das Grundstück sind abgebaut und gesichert und werden nach der Sanierung wieder aufgebaut. Fotos: Timo Weber (2)

Firma HygCen erwirbt von der Stadt die frühere Frauenklinik an der Bornhövedstraße und will Immobilie für Firmenstandort sichern

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23. November 2017, 20:45 Uhr

Endlich Klarheit für Geschäftsführer Dr. Sebastian Werner und sein Team: Die Firma HygCen hat den Gebäudekomplex von der Stadtgekauft, in dem sie seit Jahren ihren Sitz hat. Innerhalb der nächsten acht Jahre soll nun die bei vielen Schwerinern noch als „Haus Seeblick“ bekannte Geburtenklinik aufwendig erneuert werden – für die Zukunft des Unternehmens, aber auch für interessierte Gewerbemieter.

Die ersten zwei Jahre werden dabei fast ausschließlich in die Planung fließen. Denn erst wenn der landeseigene Betrieb BBL den Neubau für das Landesamt für Gesundheit und Soziales in den Göhrener Tannen fertig hat, können die Beamten aus dem „Haus Seeblick“ ausziehen. Das soll bis Ende 2020 erledigt sein. Der Plan: Das Unternehmen, das als akkreditiertes Prüfinstitut für Herstellerfirmen weltweit Medizinprodukte kontrolliert, zieht übergangsweise in die Räume des Hauptgebäudes, das jetzt noch durch die Mitarbeiter des Landesamtes genutzt werden. Und am jetzigen Firmensitz beginnen dann die Sanierungsarbeiten. Das Haupt- und die beiden Nebengebäude stehen unter Denkmalschutz.

Doch die erste Aufgabe nach dem Kauf war eine ganz andere. „Wir müssen als Eigentümer für die Verkehrssicherheit sorgen“, erklärt HygCen-Chef Dr. Werner. Dass es der vorherige Besitzer, der Stadt, damit nicht so besonders ernst genommen hat, war bereits mehrfach Thema im Ortsbeirat gewesen (SVZ berichtete). Weit in den Straßenraum reichende Äste machten so manchem Anwohner ebenso Sorgen wie die teilweise marode Mauer, die das Gelände umgibt. „Wir haben gleich Landschaftsgärtner engagiert. Jetzt sind die Bäume nicht nur sicher, sondern auch wieder zu sehen und als solche zu erkennen“, sagt der Geschäftsführer augenzwinkernd. Die Arbeiten erfolgten im Übrigen entsprechend eines Baumgutachtens des städtischen Gebäudemanagements. Auch Hecken wurden beschnitten – in Abstimmung mit dem städtischen Umweltamt, wie Dr. Werner betont. „Wir haben jetzt die Grundlage gelegt für kontinuierliche Grünpflege und Winterdienst.“

Aber auch an die alte Bausubstanz sei schon Hand angelegt worden. „Wir dürfen keine weitere Verschlechterung zulassen“, sagt der Firmenchef. So habe es an Dach und Dachrinne erste Sicherungsarbeiten gegeben, Löcher seien geflickt worden.

Und das oft angesprochene Problem der Mauer? „Es ist richtig, dass die Wurzeln der alten Bäume Teile der Mauer und der Säulen angehoben haben“, sagt Dr. Werner. „Wir beräumen diese Teile, die umkippen könnten, und sichern das Baumaterial. Entsprechend eines noch zu erarbeitenden Gesamtkonzeptes werden wir sie später wieder aufstellen.“

HygCen ist 1996 von Dr. Sebastian Werners Vater gegründet worden. Der Sohn übernahm das Unternehmen 2013 – mit 22 Beschäftigten. Heute arbeiten im „Haus Seeblick“ 43 Mitarbeiter – Tendenz steigend. Dennoch: Knapp 1000 Quadratmeter Fläche dürften am Ende für interessierte Mieter übrig bleiben – für Unternehmer, so Dr. Werner, „die sich nachhaltig auch für den Stadtteil einbringen“.

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