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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 04:57 Uhr

Schweriner Bahnhof : Hauptbahnhof putzt sich heraus

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Land und Bahn investieren 2,2 Millionen Euro in die Sanierung der historischen Fassade: Jetzt ist die Frontseite dran

von
erstellt am 19.Apr.2016 | 04:30 Uhr

Eine Stadtbildverschönerung mitten im Zentrum, denkmalgerecht, in Millionenhöhe – und die Stadt muss keinen Cent dazubezahlen. Zu solchen Terminen würde er gern öfter gehen, scherzte Baudezernent und Vize-OB Bernd Nottebaum gestern im Fürstenzimmer des Hauptbahnhofs. Dort war großer Bahnhof, um die zweite Phase der Fassadensanierung an dem historischen Gebäude einzuläuten. Insgesamt 2,2 Millionen Euro lassen sich Land und Bahn das Gesamtprojekt kosten. Was Wind und Wetter, Tauben und aufsteigende Nässe, kurz: der Zahn der Zeit, am 126 Jahre alten Gebäude beschädigt haben, das soll jetzt ausgebessert werden. Für rund 600 000 Euro war 2015 die Fassade an der Gleisseite und am Südturm saniert worden. Jetzt ist die Eingangsfront dran, die zum Grunthalplatz ausgerichtet ist. Rund eine Million Euro kostet dieser Teilbereich.

Von Süd nach Nord arbeiten sich die Handwerker voran. Eine Hälfte der Fassade ist bereits mit Gerüsten und Planen verhüllt. In Handarbeit wird hier jede Fuge, jeder Stein kontrolliert und bei Bedarf ausgewechselt. Auch die Fenster werden auf Vordermann gebracht. Die Steine sind Sonderanfertigungen, hergestellt in Brandenburg, und kosten pro Stück durchschnittlich 30 Euro, verriet Friedemann Keßler, Regionalbereichsleiter Ost der DB Station und Service AG. Insgesamt 650 Bahnhöfe unterstehen ihm, der Schweriner sei einer der schönsten, schwärmte er. „Das Gebäude verpflichtet“, betonte er und freute sich vor allem über die „pragmatische“ Zusammenarbeit zwischen Bahn und dem Land MV, was die Finanzierung dieses und ähnlicher Großprojekte anbelangt.

Neben guten Reiseverbindungen trügen auch moderne Bahnhöfe zu einem attraktiven Schienenverkehr bei, betonte Verkehrsminister Christian Pegel: „Das Auge reist mit. Ein Bahnhof ist wie eine Visitenkarte und wichtig für den Gesamteindruck eines Reisenden.“

Rund 6800 Reisende nutzen den Schweriner Hauptbahnhof jeden Tag, erklärte Bahnhofsmanagerin Aileen Thomas. Hinzu kommen hunderte Menschen, die das Gebäude einfach durchqueren, um in die Paulsstadt oder umgekehrt Richtung Innenstadt zu gelangen.

Bis November sollen die Arbeiten an der Fassade dauern, die Behinderungen für Reisende und Passanten so gering wie möglich gehalten werden. Mal unter einem Gerüst durchgehen oder vom gewohnten Laufweg kurzfristig abweichen – das sollen schon alle Unbequemlichkeiten sein, auf die sich die Schweriner und ihre Gäste einrichten müssten.

Das Bahnhofsgebäude entstand von 1888 bis 1890 im repräsentativen Gründerzeitstil nach Plänen vom Hamburger Regierungsbaurat Ernst Möller. Von 2002 bis 2005 sanierte die Bahn das Innenleben des Schweriner Hauptbahnhofs für rund 40 Millionen Euro. Erneuert wurden vier Kilometer Gleise, eine Brücke und Bahnsteige. Im Innern lag der Fokus auf dem barrierefreien Zugang für Rollstuhlfahrer. Der benachbarte Fußgängertunnel wurde zeitgleich geschlossen. Bis April 2006 entstanden in der Eingangshalle und im Tunnel noch Ladenflächen.

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