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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Dezember 2017 | 23:33 Uhr

Schwerin : Harter Weg zum Welterbe

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach Kritik von World Heritage Watch an Deutschland muss Schweriner Bewerbung noch besser werden

von
erstellt am 14.Jul.2015 | 06:00 Uhr

Die Kritik der Denkmalschutzorganisation World Heritage Watch an der Nominierungspraxis Deutschlands für die Unesco-Welterbeliste wird in Schwerin gelassen gesehen. World Heritage Watch hatte von Deutschland gefordert, mindestens fünf Jahre lang keine neuen Welterbestätten mehr für die Welterbeliste zu nominieren (SVZ berichtete).

Bereits bei dem Symposium der Kultusminister-Konferenz Anfang Juni in Leipzig wurde ein deutsches Moratorium kontrovers diskutiert, mit dem Ziel die deutsche Welterbeliste für ein oder zwei Jahre zu unterbrechen. Dr. Michael Kloos vom Unesco-Chair der TH Aachen, der den Managementplan für die Speicherstadt mit Chilehaus und Kontorhausviertel Hamburg erstellt hat, war am 8. Juli in Schwerin und sagte, dass ein Moratorium in Deutschland schon aus föderalen Gesichtspunkten politisch kaum durchsetzbar sei. Derzeit sind allein drei bayrische potenzielle Welterbestätten auf der Tentativliste. Würde diese für einen längeren Zeitraum geschlossen werden, hätten die anderen Länder nicht die Chance nachzuziehen.

„Die Fachleute betonten hingegen vor allem die Bedeutung der Deutschen Stiftung Welterbe. Die Stiftung war 2001 von den Hansestädten Stralsund und Wismar gegründet worden, um bestehende oder potenzielle Welterbestädte in Not sowohl mit finanziellen wie mit personellen Mitteln zu unterstützen“, berichtet Vize-OB Bernd Nottebaum. „Es wurde die dringende Empfehlung ausgesprochen, dass alle deutschen Welterbestätten der Stiftung zumindest mit einer regelmäßigen Spende beitreten mögen. Schwerin beabsichtigt mit einer Zustiftung aus Buga-Mitteln der Deutschen Stiftung Welterbe beizutreten.“

Auch aus dem Land gibt es Rückendeckung: „Es war von vornherein bekannt, dass Deutschland mit 40 Welterbestätten überproportional auf der Unesco-Welterbeliste vertreten ist. Das gilt auch für andere europäische Staaten wie Frankreich, Großbritannien, Italien oder Spanien“, sagt Landtagsdirektor Armin Tebben. „Sicherlich werden bei der Aufnahme weiterer deutscher Stätten sehr hohe Maßstäbe angelegt. Da wir aber von der Einzigartigkeit des Schweriner Residenzensembles überzeugt sind, lassen wir uns im Vorhaben, Weltkulturerbestätte zu werden, nicht beirren. Die Diskussion zeigt aber, dass eine solche Bewerbung exzellent vorbereitet werden muss.“

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