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Schweriner nachwuchstalente : Harte Proben bringen Erfolg

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Saxofon-Quartett von Ataraxia gewinnt zweimal beim Wochenende der Preisträger von Jugend musiziert

von
erstellt am 16.Okt.2017 | 23:02 Uhr

Der Raum, in dem Sophie Elisabeth Schröder, Lukas Lang, Lennart Tensundern und Sönke Weißer in der Musik- und Kunstschule Ataraxia proben, ist leicht zu finden. Ihre Instrumente – vier verschiedene Saxofone– sind selbst bei geschlossenen Türen im Haus der Kultur unüberhörbar.

Und sie erklingen dort oft. Denn das Quartett probt intensiv – und erfolgreich. Beim diesjährigen Bundesfinale des Nachwuchs-Förderwettbewerbs „Jugend musiziert“ erspielten sich die vier jungen Leute mit Höchstpunktzahl den ersten Preis. Jetzt gewannen sie als erstes Ensemble aus MV beim Wochenende der Sonderpreise (Wespe) in Regensburg, das die besten 120 Nachwuchsmusiker aus allen Bundesländern zusammenführte, in gleich zwei Kategorien: bei der Interpretation eines selbst komponierten Werkes sowie eines Werks der Klassischen Moderne.

„Das war schon etwas Besonderes, sich mit den Besten der Besten aus ganz Deutschland zu messen“, sagt Sophie rückblickend. „Natürlich ist man da angespannt und aufgeregt. Doch das Ensemble gibt Sicherheit.“

„Es war einfach cool“, fasst Sönke Weißer glücklich zusammen. Denn dass seine Komposition, die „Fantasie in G-toxicolydisch“, vor so großem Publikum aufgeführt wurde, macht ihn stolz.

Doch vor dem Erfolg kommt die Arbeit, harte Arbeit, wie bei den Proben hörbar wird. Denn die jungen Leute üben bereits das nächste Stück ein. Und das hat es in sich: „Sculptures“ vom amerikanischen Saxofon-Professor Timothy Blinki. Takt für Takt arbeiten sich die jungen Schweriner durch die Sätze vor. Ihr Lehrer Ingolf Drabon, selbst Saxofonist, gibt dabei den Takt vor: „tacketina, tacketina, tacketina“ oder „teckelmona, teckelmona, teckelmona“. Reicht das nicht, kommt das Metronom zum Einsatz. Den Tenorsaxofonisten Lennart Tensundern und Sönke Weißer ist die Anstrengung ins Gesicht geschrieben. Doch auch „Ebby“ Schröder und Lukas Lang haben gut zu tun. Drabon fordert mehr Lautstärke und klarere Einsätze. „Abgebrochen haben wir noch nie eine Probe“, bemerkt er und fügt schmunzelnd hinzu: „Denn im Ernstfall ist immer der Lehrer schuld.“

Dass sich das Quartett wie eine kleine Familie fühlt, hilft gerade bei schwierigen Stücken. Man sagt sich offen die Meinung, ohne zu verletzen. Das hilft. Aber es ist auch zu erkennen, dass die vier noch keine Profi-Musiker sind, sondern Schüler. Sie müssen ihre Zeit einteilen, dürfen neben der Musik nicht die Schule aus den Augen verlieren. Und auch für die Fahrschulprüfung muss gelernt werden. Dennoch wird unermüdlich geprobt, meist fünfmal pro Woche. „Weil es einfach Freude macht“, sagt Lennart Tensundern. Üben nicht als Muss, sondern als Spaß und Stressabbau anzusehen, das mache den Unterschied.

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