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Zeitung für die Landeshauptstadt

12. Dezember 2017 | 11:35 Uhr

Modern Reisen : Handy zeigt, wann der Bus kommt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Modernes Computerprogramm hilft bei Abstimmung der Fahrpläne und übermittelt den Fahrgästen die Abfahrtszeiten in „Echt-Zeit“

von
erstellt am 16.Apr.2014 | 16:00 Uhr

An den meisten Schweriner Straßenbahn-Haltestellen sehen Fahrgäste auf einen Blick: Die nächste Bahn kommt schon in zwei oder erst in zwanzig Minuten. Die elektronischen Anzeigetafeln geben genau Auskunft. „So eine Echt-Zeit-Darstellung können wir an den Bushaltestellen auf dem Lande nicht anbieten“, weiß Christian Rader. „Aber zwei Drittel unserer Fahrgäste haben ein Handy. Und dort können sie in Zukunft nachgucken, ob der Bus an ihrer Haltestelle gerade weg ist oder bald kommt.“ Rader ist Geschäftsführer der kreislichen Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP) und gehört zum Führungstrio der Verkehrsgemeinschaft Westmecklenburg. Letztere ist ein Verbund von sieben kommunalen und privaten Busbetrieben. Die Verkehrsgemeinschaft will sich gerade ein modernes Computerprogramm anschaffen, das diesen Kundenservice ermöglicht. Und mehr noch: Mit der neuen Software bieten sich wesentlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten für die Fahrplanerstellung und Bearbeitung gegenüber der bislang genutzten, veralteten Software. Das neue System bietet einen direkten und übersichtlichen Zugriff auf die Daten zu den Fahrplänen der beteiligten Unternehmen. Das Umsteigen an Verknüpfungspunkten mit der Bahn und anderen Busunternehmen oder Linien soll so übersichtlich dargestellt werden. Die Busgesellschaften selbst können ihre Dienstpläne besser aufeinander abstimmen. Das neue Computerprogramm kostet aber auch rund 100 000 Euro. Unterstützung bei dieser Investition bekommt die Verkehrsgemeinschaft Westmecklenburg vom Land. Ina-Maria Ulbrich, Staatssekretärin im Energieministerium, übergab im VLP-Betriebsteil in Schwerin-Lankow einen Fördermittelbescheid über zwei Drittel der anfallenden Kosten. „Die Verknüpfung der Nahverkehrsangebote, egal ob sie auf der Straße oder der Schiene angeboten werden, ist uns besonders wichtig“, betont Ulbrich. Auf dem flachen Lande sei der Nahverkehr mit Bussen unverzichtbar, doch der müsse noch flexibler gestaltet werden. Als Schwerpunkte nannte die Staatssekretärin den Einsatz von behindertengerechten Bussen, die Verknüpfung mit dem Bahnverkehr und die Reduzierung von Parallelfahrten. Bei den Vertretern der Busunternehmen lief die Politikerin damit offene Türen ein. „Genau das sind alles Dinge, an denen wir gerade bei der Zusammenführung der drei kommunalen Busbetriebe im heutigen Großkreis Ludwigslust-Parchim arbeiten“, betonte Rader. Parallel dazu kommt die bessere Verknüpfung mit den Partnern in Westmecklenburg, die zum Fahrplanwechsel im Sommer, konkret mit Beginn des neuen Schuljahres, vollzogenen werden soll. Darüber hinaus arbeiten die sieben Unternehmen der Verkehrsgemeinschaft daran, bis zum Jahresende ein gemeinsames Funksystem für Westmecklenburg aufzubauen, das den bedarfsgerechten Einsatz von Bussen kurzfristig und dann auch die Abrufung der Daten per Handy-App durch die Kunden in Echt-Zeit ermöglicht.

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