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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. September 2017 | 22:27 Uhr

traditionsreiches fest : Handwerker am Neuen Ufer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Einrichtungen des Diakoniewerks präsentierten sich mit buntem Spektakel vor 8000 Gästen in Rampe

svz.de von
erstellt am 25.Mai.2014 | 22:00 Uhr

Ute Kistner staunt und freut sich zugleich: „Das ist doch eine Flachsbreche. Die hatten wir früher auch.“ Die aus der Altmark stammende Ramperin ist damit einer der wenigen Gäste beim Uferfest, die das Handwerkszeug von Martina König nicht nur erkennt , sondern auch noch aus dem Alltag kennt. „Das ist selten“, erzählt König. „Meine Geräte hat mein Mann alle nachgebaut – nach Abbildungen aus den 13. Jahrhundert. Aus der Zeit stammt auch das selbstgemachte Leinengewand, das die Staderin von der Initiative „Living History“ trägt. Zudem hat Martina König ein Kilogramm Flachs mit zum Ramper Uferfest gebracht, um ein paar Arbeitsschritte der Leinenherstellung zu zeigen. So um die 100 Gramm Fasern bleiben nach Brechen, Schwingen, Ausklopfen und Kämmen übrig, die dann versponnen werden. Zuvor müssen die Flachspflanzen angebaut, geerntet, getrocknet werden. Unverzichtbar ist noch das Verrotten der fasrigen Pflanze, bevor die mechanische Bearbeitung beginnen kann. „Mehr als ein Kilo schaffe ich heute nicht“, betont König. Denn sie wird immer wieder unterbrochen, muss erklären, was sie da tut. „Das mache ich gerne, die Leute sind echt interessiert.“

Ähnlich sieht es an den anderen Ständen mit alter Handwerkstechnik aus: ein Schmied, ein Böttcher beim Herstellen von Fässern, ein Bäcker am Lehmbackofen. Aber auch modernes Handwerk und Kunst sind zu finden. Insbesondere Kinder werden zu Mitmach-Aktionen eingeladen. „Die Mischung stimmt und kommt an“, ist Thomas Tweer zufrieden. Er ist Geschäftsführer des Diakoniewerkes Neues Ufer. „Handwerk an den Ständen, in den Ramper Werkstätten, auf der Bühne, zugleich Handwerk zum Zugucken und zum Mitmachen – das funktioniert.“ Denn in diesem Jahr stand das traditionsreiche Uferfest unter dem Motto „Wer will fleißige Handwerker sehen“. Das waren am Sonnabend mehr als 8000 Besucher.

Vor so vielen Gästen präsentierten sich aber vor allem die 35 Einrichtungen des Diakoniewerkes Neues Ufer aus Schwerin und Umgebung. Das sind Kindergärten, Schulen, Alteneinrichtungen und geschützte Werkstätten. „Das Uferfest ist in erster Linie immer deren Fest“, betont Tweer. „Auf diesen besonderen Festtag arbeiten alle das ganze Jahr über hin – die Kinder, die Bewohner und auch unsere Mitarbeiter. Da steckt jede Menge Liebe, Herzblut und persönliches Engagement drin.“

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