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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. November 2017 | 14:59 Uhr

Azubi-Tag : Handwerk kämpft um Nachwuchs

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Berufsinformationszentrum der Kammer lockt hunderte Jugendliche nach Schwerin-Süd: Noch 159 unbesetzte Lehrstellen

von
erstellt am 19.Jan.2015 | 08:00 Uhr

Drei junge Leute lernen pro Jahr beim Lützower Unternehmen Derstappen. Der mittelständische Handwerksbetrieb hat sich schon lange einen Namen mit seinen Qualitätstreppen gemacht. Dass Holzbearbeitung richtig Spaß macht, das zeigten die Lehrlinge interessierten Jugendlichen und deren Eltern beim Azubi-Tag der Handwerkskammer in Süd.

Die für die Ausbildung Verantwortlichen aus dem Unternehmen an der B104 hielten sich dezent im Hintergrund: „Mit Jugendlichen kommen die Lehrstellensuchenden viel leichter ins Gespräch, erst recht Mädchen mit Mädchen.“ Und so zeigten die Azubis den jungen Gästen im Berufsinformationszentrum der Handwerkskammer wie Säge, Hammer und Hobel richtig gehandhabt werden und luden sie zum Mitmachen ein: Die gemeinsam gebauten Vogelhäuschen konnten die Besucher des Azubi-Tags mit nach Hause nehmen.

Mit ähnlichen Ideen und Mitmach-Angeboten warteten viele der gut 50 Aussteller auf. Die Metaller stellten mit den Gästen beispielsweise Dinosaurier aus Metall her und setzten Drei-D-Modelle zusammen. Die Kfz-Branche lud zur Fehlersuche in elektronischen Bordsystemen ein, die Friseure zeigten unter anderem angesagtes Nagellackieren und Maler und Lackierer luden ein zur Herstellung von Deko-Teilen aus Naturstoffen und Farbe.

Dieses Engagement ist auch notwendig. Auch der Zeitpunkt. Das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern startet gut acht Monate vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres seine Initiative der Nachwuchsgewinnung. Noch immer sind 159 Stellen unbesetzt – erst neun neue Lehrverträge sind im Schweriner Kammerbereich bereits abgeschlossen. Im Vorjahr hatten rund 1850 junge Leute im Nordosten ein Handwerkerlehre begonnen, etwa fünf Prozent mehr als 2013. Nach Jahren mit überzähligen Bewerbern bleiben inzwischen Lehrstellen unbesetzt. Betroffen sind vor allem Berufe wie Metallbauer, Friseur, Fleischer, Elektroniker und Maurer. Selbst im Traumberuf vieler Jungs, Kfz-Mechatroniker, gab es im Vorjahr weniger Bewerber als Ausbildungsplätze.

Dabei habe Handwerk nach wie vor den sprichwörtlichen goldenen Boden: Handwerksbetriebe böten eine hoch qualifizierte und zukunftssichere Ausbildung in der Heimat mit sehr guten Karriereperspektiven, versicherte Edgar Hummelsheim, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schwerin. Doch dafür müsse den potenziellen Azubis gezeigt werden, was sie für ihr Leben lernen können. Fast jeder dritte Handwerksbetrieb geht daher auf Messen wie am Sonnabend. Dazu locken sie vielfach mit Zusatzleistungen wie Prämien für gute Noten, Urlaubs- und Weihnachtsgeld oder Fahrtkostenzuschuss.

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