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Tag der offenen Töpferei : Handarbeit und Pinselstriche

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Keramiker aus der Region öffnen Sonnabend und Sonntag ihre Pforten: Porzellan-Designerin Kerstin Behrens aus Sukow ist dabei

von
erstellt am 09.Mär.2017 | 08:40 Uhr

Ein Becher, ein Henkel, eine Tasse. Ganz so simpel sind die Arbeitsschritte in der Werkstatt von Kerstin Behrens nicht. In ihrer „ersten mecklenburgischen Porzellanmanufaktur“ haben die meisten Tassen eben keinen schlichten Henkel. Vielmehr ist es ein Kunstwerk – ein Hingucker. Angefangen hat alles 2004 mit einem Lied über Heringe und einer Auftragsarbeit. Seitdem zieren Fische nicht nur die „Pötte“, wie Kerstin Behrens ihre hohen schlanken weißen Porzellanbecher nennt. Auch als Messerbänkchen sind die Flossentiere zu haben, zieren Dosen und vieles mehr. Auch andere Tiere und Fabelwesen, Naturmaterialien wie Ähren oder auch Segel von Segelbooten dienen als Vorlage für die Henkel.

Behrens’ Liebe zum Porzellan ist schon sehr früh entfacht, in ihrer Schulzeit. Aufgewachsen in Karstädt bei Neuruppin war schnell klar: „Die Unterrichtsstunden Produktive Arbeit verbringe ich in den Fliesenwerken“, erinnert sich Kerstin Behrens. Eigentlich hegte die Formgestalterin den Wunsch, Goldschmiedin zu werden. „Aber das war eben zu DDR-Zeiten nicht so einfach möglich“, schiebt sie hinterher und erzählt von den Lehrzeiten in Meißen. 20 Jahre lang hatte sie in der Hochburg des Porzellans gearbeitet, in Heiligendamm studiert und schließlich Glasuren und Drucktechniken für die Industrie entwickelt. Nach einigen Jahren im Wissenschaftlich-Technischen Betrieb Keramik Meißen ging es nach der Wende für sie in der Meißener Manufaktur weiter.

1999 änderte sich neben ihrer Familienstruktur auch der Wohnort – Kerstin Behrens kam zurück in ihre mecklenburgische Heimat. Einige Jahre arbeitete die Porzellan-Designerin auf dem Wendenhof bei Schwerin. Seit gut zwei Jahren ist sie nun mit ihrer Werkstatt und auch einem Verkaufsraum in Sukow zu finden. Wer dort am kommenden Wochenende vorbeischaut, der findet nicht nur eine Vielzahl an Bechern mit außergewöhnlichen Henkeln und schönen Bildern sowie filigranen Beschriftungen, sondern auch kleine Schmuckstücke, Gartendekorationen, Butterdosen und jede Menge Alltagskeramik, die aber alles andere als alltäglich ist.

In ihrer großen Werkstatt schlummern zudem Stücke, die älter als die Porzellan-Designerin selbst sind. „Ist der Goldrand an dem schönen Service von der Uroma ab, mache ich es wieder schön“, erklärt Kerstin Behrens. Aber eben nicht nur diesen Dienst bietet sie für die Besucher an. „Ich erkläre gern meine Arbeit und die Besonderheit von Porzellan. Doch keinesfalls, warum meine Stücke andere Preise haben als Sachen vom Band“, sagt sie und winkt ab. Denn allein von der Kunst könne kaum jemand leben, eben auch sie nicht. Neben der Arbeit in der eigenen Werkstatt gibt Kerstin Behrens Unterricht an der Beruflichen Schule in Schwerin. Es stört sie, wenn vermeintliche Kunden über die Preise diskutieren wollen. „Wir machen Handarbeit – genau das präsentieren wir den Leuten auch am Wochenende“, sagt sie und wirbt für ihre offenen Türen, wenn die Töpfereien der Region ihre Türen jeweils von 10 bis 18 Uhr öffnen.

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