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Demenz-WG in Schwerin : Halt finden in der Gemeinschaft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Augustenstift bietet erste Demenz-WG in Schwerin an

von
erstellt am 15.Jun.2017 | 20:45 Uhr

„Sie können sich gern bei mir umsehen.“ Stolz zeigt Helmut Kunst sein kleines Reich, ein helles, freundliches Zimmer, ausgestattet mit persönlichen Gegenständen, Bildern an der Wand, Erinnerungsstücken eines Lebens. Er fühle sich wohl im neuem Domizil, sagt Kunst. Sehr wohl. Dann holt er seine Mundharmonika, spielt und lacht.

Helmut Kunst lebt in der ersten Wohngemeinschaft in Schwerin, die speziell für Menschen gedacht ist, die an Demenz erkrankt sind. Acht Plätze gibt es in der Einrichtung in der Gartenhöhe, gleich in Nachbarschaft zum Zentrum Demenz, wo sich Betroffene und Angehörige über Hilfsangebote in der Stadt informieren können.

„Wir haben lange dafür gekämpft, dass es eine solche WG in Schwerin gibt“, sagt die Leiterin des Zentrums Demenz, Ute Greve. Ziel sei es, den Erkrankten so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, ihnen aber gleichzeitig die Hilfe zukommen zu lassen, die sie für die Bewältigung ihres Alltags benötigen.

In der Wohngemeinschaft, die zum Augustenstift gehört, hat jeder Bewohner sein eigenes Zimmer, viele Dinge des täglichen Lebens werden aber gemeinsam erledigt. „Wir bereiten miteinander die Mahlzeiten zu, essen zusammen, machen Spiele und Ausflüge, trainieren das Gedächtnis“, berichtet Maria Puhlmann, Teamleiterin in der WG. Haupt- und ehrenamtliche Kräfte stehen den den Bewohnern jeden Tag von 7.30 bis 19.30 Uhr zur Seite, helfen bei der Tagesstruktur. Je nach individuellen Bedarf, kommt zusätzlich ein Pflegedienst. Auch die Angehörigen werden mit eingebunden.

Die Wohngemeinschaft sei eine Art Brücke zwischen einer ambulanten Betreuung in den eigenen vier Wänden und einer stationären Unterbringung in einem Heim, erklärt Margret Fromm-Ehrich, Abteilungsleiterin für Wohnen und Pflege im Augustenstift. Gefördert werde ein solches Angebot durch die jüngste Reform des Pflegegesetzes, durch die Menschen mit Demenz einen verbesserten Anspruch auf Leistungen hätten.

Aktuell sind in der Wohngemeinschaft sechs Zimmer belegt. Der jüngste Bewohner ist 63 Jahre alt, der älteste 96. Wer sich für einen der freien Plätze in der WG interessiert, kann sich unter der Telefonnummer 0171/5635515 an Maria Puhlmann wenden.

 

 

 

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