Halbes Jahr Verspätung : Hafenpromenade erst im Mai fertig

Die Pläne sind fertig: Die Kaikante des ehemaligen Industriehafens wird eine Promenade. Das Projekt kostet 2,1 Millionen Euro. Wann die geplante  Steganlage gebaut wird, ist dagegen noch offen.  Grafik: BHF LANDSCHAFTSARCHITEKTEN
Die Pläne sind fertig: Die Kaikante des ehemaligen Industriehafens wird eine Promenade. Das Projekt kostet 2,1 Millionen Euro. Wann die geplante Steganlage gebaut wird, ist dagegen noch offen. Grafik: BHF LANDSCHAFTSARCHITEKTEN

Bauverzögerung am Ziegelinnensee: Umweltauflagen und Grundstücksfragen verschieben das geplante Bauende um ein halbes Jahr

svz.de von
30. Dezember 2013, 15:00 Uhr

Die Hafenpromenade wird ein halbes Jahr später fertig, als geplant – voraussichtlich also im Mai 2014. Eigentlich müssen die Fördermittel, die in das Projekt fließen, bis Ende dieses Jahres abgerechnet werden. Das Land habe aber nach SVZ-Informationen signalisiert, dass das auch „etwas“ später geht. Die Verzögerung hat sich ergeben, weil umgeplant werden musste. Ursprünglich sollte im nördlichen Abschnitt die Spundwand weggenommen werden und eine Böschung zum Wasser hinabführen. Dafür gab es hohe Auflagen des Umweltamtes, die nicht zu erfüllen waren.

Die Weiterführung der Hafenpromenade als Uferweg von der Lagerstraße bis zur Knaudtstraße macht ebenfalls Probleme. Die Stadt hat das erforderliche Grundstück bereits vom Investor der alten Brauerei gekauft – im Übrigen zu einem Preis, der deutlich unter dessen Kaufpreis lag. Die Entwicklungsgesellschaft Schwerin hat eine „Idealplanung“ erarbeitet und einen Fördermittelantrag gestellt. Der war dem Land aber zu teuer. Die Entwicklungsgesellschaft EGS, die auch für das Areal der Waisengärten verantwortlich zeichnet, hat die Pläne inzwischen abgespeckt – derzeit wird ein neuer Fördermittelantrag erarbeitet. Probleme entstanden zwischenzeitlich auch durch den Verein Ziegelinnensee. Der Uferweg sollte über einen kleinen Teil seines Grundstücks verlaufen. Da sich mit dem Verein über den Preis keine Einigkeit erzielen ließ, soll der Weg jetzt um das Vereinsgelände herumgeführt werden.

Während hochwertige Wohnungen in der ersten Reihe des Hafenquartiers verkauft sind und in der zweiten Reihe bereits entstehen, nimmt auch die Promenade immer mehr Gestalt an. Seit April rollen dort die Bagger. Zwei Millionen Euro fließen – 25 Prozent kommen von der Stadt, der Rest aus Fördertöpfen. Hierfür hat das Land Fördermittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) bereitgestellt. Die neue Hafenpromenade – mit großformatigen Pflastersteinen mit von Rasen durchwachsenen Fugen und von Hecken begleitet – soll einen harmonischen Übergang vom Ostufer des Ziegelinnensees in das Wohngebiet hinein bilden. Der alte Verladekran am Ziegelinnensee soll als Industriedenkmal stehen bleiben. Nach bisherigen Plänen sollte die Promenade südlich des Kranweges auch für den Zufahrtsverkehr geöffnet werden. Doch die Stadtvertreter entschieden sich für eine durchgehende Flaniermeile. Nur im Frühjahr und im Herbst sollen die Anwohner die Promenade befahren dürfen, um ihre an der Kaikante liegenden Boote ins bzw. aus dem Wasser zu holen. Und genau dafür soll eben der alte Lastkran des ehemaligen Hafens saniert und wieder in Betrieb genommen werden.

Bevor der Bootssteg am Ostufer des Ziegelinnensees gebaut werden kann, muss zum einen der Managementplan für das EU-Vogelschutzgebiet „Schweriner Seen“ stehen. Zum anderen müssen die Munitionsreste aus dem Ziegelinnensee entfernt werden. Das teure Projekt kann die Landeshauptstadt nicht alleine leisten, schon gar nicht, weil ihr der See nicht gehört. Der Ziegelinnensee ist dem Bund zugeordnet, der wiederum die Beräumung bezahlen müsste.

Die Hafenpromenade könnte die Grundlage für eine künftige intensivere Nutzung des Ziegelinnensees sein. Die Baumaßnahmen vervollständigen das Wegenetz für die Naherholung an den Schweriner Seen.

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